Wirtschaft

Zuversichtliche Frühjahrsprognose Brüderle macht gute Laune

Rainer Brüderle kann einmal die Krise seiner FDP ausblenden und die Deutschen mit positiven Konjunkturdaten beglücken. Seinen Angaben zufolge kommt der Aufschwung bei den Menschen an. So gewinne die Inlandsnachfrage immer mehr an Kraft. Allerdings gibt es laut Brüderle Risiken, nämlich die hohen Rohstoffpreise und die europäische Schuldenkrise.

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Rainer Brüderle darf gute Nachrichten verbreiten.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung erwartet trotz Risiken einen kräftigen Aufschwung in Deutschland, der immer mehr Menschen in Lohn und Brot bringt. In diesem Jahr dürfte die Konjunktur um 2,6 Prozent anziehen und im nächsten Jahr noch einmal um 1,8 Prozent zulegen, heißt es in der Wachstumsprognose.

"Der Aufschwung kommt an", sagte Bundeswirtschaftminister Rainer Brüderle. Trotz höherer Inflation hätten die Menschen dank kräftig steigender Einkommen deutlich mehr in der Tasche. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2011 im Jahresdurchschnitt auf 2,9 Millionen sinken und 2012 weiter auf 2,7 Millionen. In beiden Jahren werde es einen neuen Beschäftigungsrekord geben. 2012 dürften dann 41,1 Millionen Menschen einem Job nachgehen. "So viele Erwerbstätige gab es in Deutschland noch nie", betonte der FDP-Politiker.

Die Regierungsprognose ist eine wichtige Basis für die Steuerschätzung im Mai. Wegen der boomenden Wirtschaft erhöhte Brüderle die Prognose wie zuvor schon viele Forschungsinstitute und internationale Organisationen. Bisher hatte die Regierung für 2011 mit plus 2,3 Prozent gerechnet und ist nun einen Tick weniger optimistisch als die führenden Wirtschaftsinstitute. Sie rechnen in ihrem Frühjahrsgutachten mit einem Wachstum von 2,8 in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr.

Größere Inlandsnachfrage

Als Risiken bezeichnete Brüderle die hohen Rohstoffpreise und die noch nicht ausgestandene Schuldenkrise im Euroraum. Die Japan-Katastrophe werde sich kaum auf die deutsche Wirtschaft auswirken. Auch bei einer Ausweitung der Krise seien die Folgen für die heimische Wirtschaft verkraftbar, sagte er.

In Deutschland gewinne die Inlandsnachfrage immer mehr an Kraft und mache die Wirtschaft so widerstandsfähiger. Die Binnenwirtschaft werde gleichermaßen von Investitionen und Ausgaben der Verbraucher getragen. "Die fast schon traditionelle deutsche Konsumschwäche ist überwunden", sagte Brüderle.

Deutliches Kaufkraft-Plus

Dank der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt dürften die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr um je 3,3 Prozent steigen - "so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr." Die Verbraucherpreise würden 2011 mit 2,4 Prozent hauptsächlich aufgrund höherer Rohstoffpreise merklich zunehmen. Man müsse Ängste der Menschen ernst nehmen, sagte Brüderle, fügte aber hinzu: "Ich sehe kurzfristig keine akute Inflationsbedrohung."

Im nächsten Jahr dürfte die Teuerung wieder unter die Marke von zwei Prozent sinken. Im Februar und März lag die Inflationsrate bei 2,1 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren. "Selbst angesichts der höheren Teuerung verbleibt per Saldo in diesem und im nächsten Jahr ein deutliches Kaufkraft-Plus."

Quelle: n-tv.de, rts

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