Wirtschaft

"AAA" ist futsch Buffett-Firma herabgestuft

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Rückschlag für Warren Buffett.

(Foto: REUTERS)

Die Investmentfirma des Börsenstars Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hat die Bonitäts-Bestnote "AAA" verloren. Die Ratingagentur Standard&Poor's erklärte, das Rating des Unternehmens um eine Stufe auf "AA+" zu senken. Hintergrund sei der Kauf des Eisenbahn-Konzerns Burlington Northern Santa Fe für 34 Milliarden Dollar.

"Wir glauben, dass die Eisenbahn-Übernahme die bislang extrem starke Kapitalausstattung und Liquidität reduzieren wird", begründete die Agentur ihre Entscheidung. "Eine Hauptsorge ist, dass Berkshires Risiko-Toleranz offenbar gestiegen sind."

S&P stufte den Ratingausblick mit "neutral" ein und signalisierte damit, in den kommenden zwei Jahren keine weitere Änderung der Bonitätsnote zu erwarten. Eine Verschlechterung des Ratings bringt normalerweise höhere Zinsen bei der Schuldenaufnahme mit sich.

Buffett hatte zuletzt in Deutschland mit dem Einstieg bei dem Rückversicherer Munich Re Schlagzeilen gemacht.

Kraft und Berkshire begeben Milliardenanleihen

Unterdessen haben der US-Nahrungsmittelhersteller Kraft und Berkshire Hathaway den US-Anleihemarkt geflutet. Die Kraft brachte zur Finanzierung der Cadbury-Übernahme Anleihen im Volumen von 9,5 Milliarden Dollar auf den Markt. Berkshire bot Papiere im Volumen von acht Milliarden Dollar an, um den Zukauf von Burlington Northern Santa Fe zu finanzieren.

Im Falle von Kraft handelt es sich um die sechstgrößte Begebung einer Anleihe in den USA. Die Nachfrage nach den Unternehmensanleihen sei dabei trotz der anhaltenden Unsicherheiten wegen der Diskussion über die Marktregulierung und die Sorgen in Europa um die Bonität Griechenlands groß, sagte Jim Merli, der bei der bei Barclays Capital das Anleihegeschäft in Amerika verantwortet.

Aus Finanzkreisen hieß es, die Nachfrage nach dem Kraft-Bond habe sich auf 27 Milliarden Dollar summiert, das Papier sei damit deutlich überzeichnet gewesen. Kraft kauft derzeit seinen britischen Wettbewerber Cadbury und hatte dazu einen Überbrückungskredit im Volumen von 11,3 Milliarden Dollar bei Banken aufgenommen. Am Markt war die Rückzahlung des Brückenkredits mit Hilfe von Bonds bereits erwartet worden.

Wie gut die Berkshire-Anleihe am Anleihemarkt ankam, blieb zunächst unklar. Fondsmanager Margie Patel wies jedoch darauf hin, dass allein der Name Warren Buffett bei vielen Anleihe-Investoren schon ausreichen werde, den Bond zu zeichnen.

Quelle: ntv.de, wne/rts/DJ