Wirtschaft

Schwacher Dollar und die Wirkung China fürchtet Spekulanten

In den USA stehen Kongresswahlen an. Der Devisenbericht des Finanzministeriums muss deshalb warten und damit auch die Kritik an der chinesischen Währungspolitik. Peking bekommt dennoch ein Problem, denn durch den anhaltend schwachen Dollar droht ein enormer Zustrom von Spekulantengeld.

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Schwacher Dollar-starker Dollar: Wohin geht die Richtung?

(Foto: picture-alliance/ dpa)

China muss nach Einschätzung eines Zentralbankberaters die Kapitalkontrollen verschärfen und den Zufluss von Spekulantengeld begrenzen. Grund sei, dass die lockere Geldpolitik in den USA Kapital nach Asien treibe, sagte der für eine staatliche Expertenkommission arbeitende Wirtschaftsforscher Xia Bin. Der Dollar stehe langfristig unter Abwertungsdruck, fügte er hinzu.

Es wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank Federal Reserve schon im November weitere Geldspritzen für die Wirtschaft beschließt. In den vergangenen Wochen hatte dies dem Dollar zugesetzt. Zugleich legten die Kurse in vielen Schwellenländern zu, weil Investoren auf der Suche nach besseren Anlagemöglichkeiten Länder wie Brasilien, Südkorea oder Thailand für sich entdecken.

Eingriffe am Devisenmarkt?

Auch der chinesische Yuan, der seit Juni um einen täglich von der Zentralbank festgelegten Referenzkurs schwanken kann, hatte seit Anfang September etwa zwei Prozent an Wert gewonnen. Nun gab die Landeswährung Chinas jedoch etwas nach, nachdem die US-Regierung die Veröffentlichung ihres Devisenberichts verschoben hatte.

Strafzölle drohen

Die USA werfen China vor, seine Währung künstlich unterzubewerten, um seine Exporte zu verbilligen und sich dadurch Handelsvorteile zu verschaffen. China will aus Rücksicht auf seine Exportindustrie und wegen seines noch unzureichend entwickelten Währungssystems den Yuan nur schrittweise aufwerten. Auch die Europäische Union und der IWF halten die chinesische Währung für unterbewertet. Das US-Repräsentantenhaus droht China mit Strafzöllen, sollte der Yuan nicht deutlich aufgewertet werden.

Wenn das US-Finanzministerium China auf die offizielle Liste mit Staaten aufnimmt, die den Kurs ihrer Landeswährung manipulieren, könnte dies Strafzölle gegen China den Weg ebnen und den Streit eskalieren lassen. Als kleines Zugeständnis Chinas gilt allerdings die jüngste Aufwertung des Yuan: Die chinesische Währung stieg am Freitag erneut auf ein Rekordhoch. Seit Juni, als die Regierung in Peking die Bindung an den Dollar gelöst hatte, hat der Yuan damit 2,79 Prozent an Wert gewonnen. Der internationale Währungsstreit fachte bereits die Angst vor Protektionismus und einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession an.

Die Kongresswahlen finden am 2. November statt, das G20-Treffen ist für den 11. November geplant. Die G20-Finanzminister bereiten am 22. Oktober das Gipfeltreffen der Staatengruppe in Südkorea vor. Sollte China in dem Bericht der Wechselkursmanipulation bezichtigt werden, müssten die Verhandlungen wohl auf der nächsthöheren Eskalationsstufe fortgesetzt werden, also entweder im Rahmen des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder in offiziellen Verhandlungen mit der Volksrepublik.

Quelle: ntv.de, rts