Wirtschaft

Milliardenloch muss verschwinden Coba will es ohne Allianz schaffen

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(Foto: dapd)

Die Commerzbank stemmt sich mit allen Mitteln gegen neue Staatshilfe und will ihre Kapitallücke aus eigener Kraft schließen. Auf die Allianz kann die Bank zumindest kurzfristig nicht setzen. Doch der Vorstand ist zuversichtlich, es dennoch zu schaffen.

Die Commerzbank kann einem Zeitungsbericht zufolge ihre 5,3 Mrd. Euro schwere Kapitallücke ohne die Hilfe der Allianz schließen. Der primär verfolgte Plan enthalte nur Maßnahmen, mit denen die Commerzbank das Loch bis Juni 2012 aus eigener Kraft auffüllen könne, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und berief sich auf "Personen, die das Konzept gesehen haben". Würden alle Maßnahmen umgesetzt, könne sogar mehr Kapital als gefordert freigesetzt werden.

Falls manche Maßnahmen darin nicht verwirklicht werden könnten, zeige ein "Plan B" zusätzliche Optionen auf, hieß es. Erst dort käme die Allianz ins Spiel, mit der über eine Umwandlung ihrer stillen Einlage von 750 Millionen Euro in Kernkapital verhandelt werde.

Commerzbank-Chef Martin Blessing setzt vor allem auf den Abbau von Bilanzrisiken. Er soll nach Angaben der Bank mehr als die Hälfte der Entlastung bringen, etwa durch eine Drosselung der Kreditvergabe. Sicher hat die Commerzbank schon 700 Mio. Euro, nachdem sie so genannte Hybridanleihen zurückgekauft hat. Medienberichten zufolge sind unter anderem die Zahlung von Mitarbeiter-Boni in Aktien statt in bar und der Verkauf der 14-Prozent-Beteiligung an der russischen Promsyvazbank geplant, um Geld in die Kasse zu spülen. Den Rest will Blessing mit dem erhofften Milliardengewinn in den neun Monaten zwischen Oktober 2011 und Juni 2012 decken.

Allianz kommt der Coba entgegen

Die Allianz hat sich der Nachrichtenagentur Reuters zufolge grundsätzlich bereiterklärt, der Commerzbank mit einer Umwandlung der Stillen Einlage zu helfen. Die Verhandlungen seien aber nicht rechtzeitig abgeschlossen worden, hieß es. Umstritten sei beispielsweise noch, ob die Allianz die Einlage in Commerzbank-Aktien tausche.

Die Europäische Bankenaufsicht EBA hatte bei der Commerzbank ein milliardenschweres Kapitalloch festgestellt. Bis spätestens Freitag muss die zweitgrößte deutsche Bank ein Konzept vorlegen, wie sie diese Lücke schließen will. Das Loch muss bis zum Sommer geschlossen werden, um ausreichend Puffer für Krisenzeiten nachweisen zu können.

Offiziell fehlen der Commerzbank 5,3 Mrd. Euro. Ein entsprechendes Defizit war auf Basis einer Beteiligung der privaten Gläubiger am Schuldenschnitt in Griechenland in Höhe von 50 Prozent errechnet worden. Es zeichnet sich jedoch ab, dass in den laufenden Verhandlungen zwischen privaten Gläubigern und Griechenland ein weitaus höherer Abschlag vereinbart wird – und der Kapitalbedarf der Commerzbank entsprechend wächst.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa

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