Wirtschaft

Scharfer Schnitt bei Mercedes-Benz Daimler feuert US-Manager

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(Foto: REUTERS)

Mit einer höchst ungewöhnlichen Personalentscheidung löst der deutsche Automobilkonzern Daimler Unruhe unter Analysten aus: Mit sofortiger Wirkung muss der langjährige Chef von Mercedes Benz USA seinen Schreibtisch räumen. Die Gründe bleiben im Dunkeln, die Gerüchteküche brodelt.

Der Autobauer Daimler hat den Chef der US-Vertriebsgesellschaft von Mercedes-Benz überraschend abgelöst. Ernst Lieb sei mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, sagte ein Konzernsprecher. Als Nachfolger an der Spitze von Mercedes-Benz USA (MBUSA) übernimmt Finanzchef Herbert Werner Liebs Aufgaben.

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Daimler-Repräsentant im US-Markt: Ernst Lieb (Archivbild).

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Über die Gründe für die Abberufung Liebs machte Daimler keine Angaben. Lieb stand seit 2006 an der Spitze von MBUSA. Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Ablösung Liebs habe weder mit Bilanzfälschungen noch mit schwachen Verkaufszahlen von Mercedes-Benz Pkw auf dem wichtigen US-Markt zu tun, wo beinahe jeder fünfte Mercedes-Pkw ausgeliefert wird.

Berichte über Liebs kurzfristige Abberufung hatten am Morgen unter Analysten für Unruhe gesorgt. Der gebürtige Deutsche hatte die Geschäfte von Mercedes Benz USA seit 2006 geleitet.

"Das Beste wäre eine schnelle Erklärung von Daimler, warum das passiert", meinte ein Marktbeobachter. Die USA sind nach Deutschland der weltweit zweitgrößte Absatzmarkt für Mercedes-Benz.

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"Das Beste wäre eine schnelle Erklärung von Daimler."

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Das Unternehmen habe zudem ein Händlertreffen abgesagt, das eigentlich für Dienstag und Mittwoch in Chicago angesetzt gewesen sei, berichtete die "Financial Times Deutschland". Nach dem kurzfristigen Wechsel an der Spitze erscheint dieser Schritt allerdings leicht nachvollziehbar.

In den Monaten Januar bis September verkaufte die Marke mit dem Stern in den USA rund 182.000 Pkw, rund 10 Prozent mehr als vor Jahresfrist. MBUSA mit Sitz im US-Bundesstaat New Jersey ist für Vertrieb, Marketing und Kundenservice der Daimler-Pkw-Marken Mercedes-Benz, Maybach, AMG und Smart in den USA verantwortlich.

Quelle: ntv.de, rts