Wirtschaft

Mehr Geld, keine Leiharbeit Darum geht es beim Streik

Seit Monaten streiten Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo. Dabei geht es nicht ausschließlich um mehr Geld. Die Gewerkschaft will auch verhindern, dass die Lufthansa in der Kabine billigere Leiharbeiter beschäftigt.

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(Foto: REUTERS)

Stewardessen und Stewards im Ausstand: Bei der Lufthansa streiken die Flugbegleiter, sie wollen damit ihrer Forderung nach mehr Gehalt und höherer Gewinnbeteiligung Nachdruck verleihen. Ufo verlangt 5 Prozent mehr Gehalt und eine höhere Gewinnbeteiligung. Dagegen bietet die Lufthansa 3,5 Prozent – bei teilweisem Verzicht auf künftige Erhöhungen.

Ufo verhandelt für rund 19.400 Lufthansa-Beschäftigte in der Kabine. Das Einstiegsgehalt liegt der Gewerkschaft zufolge bei 1533 Euro. Nach 25 Jahren könne es bis auf 3400 Euro steigen. Hinzu kommen Mehrstunden und Zuschläge.

Abgesehen von der Gehaltsforderung streiten sich die Parteien über den Einsatz von Leiharbeitern und die Ausgliederung von Beschäftigten in eine Billigtochter. An diesen beiden Punkten sind nach Angaben der Gewerkschaft die Verhandlungen gescheitert. "Die Lufthansa war nicht bereit, diese Themen in irgendeiner Form verbindlich mit uns zu regeln", sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Die Airline wollte nur für die kommenden drei Jahre auf Leiharbeiter in der Kabine verzichten, die Gewerkschaft hatte aber einen generellen Verzicht gefordert.

Das Management will eine Billigeinheit für Direktflüge mit zunächst rund 90 Flugzeugen und 2000 Beschäftigten gründen, für die deutlich niedrigere Tarife gelten sollen. Bei allen übrigen Flugbegleitern sollen Gehaltsstufen abgeflacht werden, neue Kräfte nicht mehr so schnell aufsteigen können. Außerdem sollen Berufsanfänger mit weniger Gehalt einsteigen als bisher.

Weil Ufo dabei nicht mitmachen will, hat Lufthansa Leiharbeiter auf Berlinflügen eingesetzt. Das Management plant, insgesamt rund 200 Leih-Stewardessen und –stewards einzusetzen. Diese verdienen zu Anfang auf Niveau der Lufthansa-Mitarbeiter, steigen jedoch erst später in neue Gehaltsgruppen auf. Außerdem gelten längere Arbeitszeiten.

Die Deutsche Lufthansa steht unter großem Druck. Billigflieger und Airlines aus den Golfstaaten nehmen ihr reihenweise Kunden ab. Die Gewinne schmelzen.

Quelle: ntv.de, jga/rts/DJ/dpa