Wirtschaft

Weidmann befürchtet Rückfall in die Krise Der Euro ist noch "in der Reha"

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Böse Erinnerungen werden wach: Griechenland, das höchstverschuldete Land der EU und Epizentrum der Eurokrise, musste mit Milliardenkrediten vor dem Staatsbankrott bewahrt werden.

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Bundesbankpräsident Weidmann warnt davor, in den Reformbemühungen in Europa nachzulassen. Die Krise sei nicht ausgestanden. Einem weiteren Schuldenschnitt für Griechenland erteilt er eine Absage - damit trifft er offenbar den deutschen Nerv.

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Jens Weidmann: Europa darf in seinen Reformbemühungen nicht nachlassen.

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat davor gewarnt, dass die Finanzkrise wieder aufflammt, wenn die Euroländer den Reformkurs verlassen. Der Euro sei in der "Reha", sagte Weidmann der "Bild"-Zeitung. Dort brauche es Ausdauer und einen starken Willen, andernfalls bestehe Rückfallgefahr. Momentan hätten sich die Finanzmärkte zwar beruhigt. Aber das könne eine trügerische Sicherheit sein.

Einen Schuldenschnitt für Griechenland lehnte Weidmann ab. Es sei "keine Lösung für die grundlegenden Probleme des Landes". Vielmehr müsse Athen den schwierigen Reformkurs fortsetzen und zu Ende bringen. "Das Land muss die hausgemachten Wettbewerbsprobleme korrigieren, produktiver werden und den Staatshaushalt weiter konsolidieren", ergänzte er. Hilfe von außen könne "nur Zeit kaufen, aber die unerlässlichen Reformen im Land selbst nicht ersetzen". Die Warnung des Bundesbankpräsidenten erfolgt wenige Tage bevor das Land die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.

Griechenland ist das höchstverschuldete Land der EU und Epizentrum der Eurokrise. Es musste mit Milliardenkrediten vor dem Staatsbankrott gerettet werden und ist in praktisch allen Wirtschafts- und Arbeitsmarktstatistiken vom Rest Europas abgehängt.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der "Bild"-Zeitung lehnen 70 Prozent der Deutschen weitere Milliardenhilfen für Griechenland ab. Nur 16 Prozent waren dafür, das Land mit zusätzlichen Milliarden in der Eurozone zu halten, 14 Prozent zeigten sich unentschlossen. Für die Umfrage wurden zwischen dem Ende Dezember 1100 Bürgerinnen und Bürger befragt.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP/dpa

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