Wirtschaft

Expansion in Schwellenländern Deutsche Autobauer drehen auf

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Die deutschen Autobauer VW, Daimler und BMW wollen 2012 weiter wachsen.

(Foto: AP)

Die Zeichen beim Genfer Autosalon stehen auf Wachstum: Die großen deutschen Autobauer setzen zu Jahresbeginn ihre Expansion fort. Volkswagen stellt neue Umsatzrekorde auf, BMW startet mit dickem Auftragspolster ins Jahr und bei Daimler werden sogar die Produktionskapazitäten knapp.

Starke Zuwächse in China und Nordamerika haben der Marke Volkswagen zu Jahresbeginn einen neuen Absatzrekord beschert. In den beiden ersten Monaten lieferte die wichtigste Marke von Europas größtem Autokonzern weltweit erstmals mehr als 800.000 Fahrzeuge aus - so viel wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Allein im Februar schlug VW fast 18 Prozent mehr Autos los als vor Jahresfrist. , sagte VW-Chef Martin Winterkorn im Interview mit n-tv. "Aber wir glauben, dass wir durch das Wachstum in China, Südamerika, Indien und auch in Amerika insgesamt ein ordentliches Ergebnis abliefern werden."

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage in einigen anderen Ländern habe die Marke ihre Erfolgsfahrt fortgesetzt, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler. In den beiden ersten Monaten ist VW vor allem außerhalb Europas gewachsen: In den USA kletterten die Auslieferungen um 45 Prozent, auf dem weltgrößten Automarkt China lieferte VW fast zehn Prozent mehr aus als vor einem Jahr. Dagegen verkaufte VW in Westeuropa knapp fünf Prozent weniger. Auf dem Heimatmarkt Deutschland sank der Absatz um gut ein Prozent, in Russland verdoppelte VW seine Verkäufe.

Für das Gesamtjahr rechnet VW in Westeuropa wegen der Kaufzurückhaltung in mehreren südeuropäischen Staaten mit einem Schrumpfen des Pkw-Marktes um fünf bis acht Prozent, will selbst jedoch seine Marktanteile ausbauen. In China erwartet VW einen weiter wachsenden Pkw-Markt, auch in den USA und Russland werde die Pkw-Nachfrage weiter steigen. Der Zukunfsmarkt Indien werde leicht wachsen. Weltweit geht Klingler für 2012 von einem Zuwachs des Pkw-Marktes im unteren einstelligen Prozentbereich aus.

Dickes Auftragspolster für BMW

Auch bei Konkurrent BMW laufen nach dem Rekordjahr 2011 die Geschäfte gut: , sagte BMW-Chef Reithofer im Interview mit n-tv. "Ich bin zuversichtlich, dass wir weiteres Wachstum schaffen." Im Februar hätte der Absatz der Gruppe nach vorläufigen Zahlen um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Im Januar lag das Plus bei knapp 7,0 Prozent. Rückenwind bekommen die Münchner vom hohen Auftragsbestand und der vergleichsweise jungen Modellpalette.

In China will der Konzern im zweistelligen Prozentbereich wachsen, in Nordamerika soll ein hohes einstelliges Plus erzielt werden. Für Europa wollte sich Reithofer angesichts der Schuldenkrise nicht festlegen. Schlimmstenfalls sei mit einem Minus von fünf Prozent zu rechnen, bestenfalls mit einem Verharren auf dem Vorjahresniveau. Inwieweit BMW sich von der Entwicklung abkoppeln könne, sei erst in einigen Monaten absehbar. Die Bilanz für das vergangene Jahr legt BMW am kommenden Dienstag vor.

Bei Daimler werden die Kapazitäten knapp

Der Premium-Autobauer Daimler will in den kommenden Jahren seine Produktionskapazitäten sogar noch erweitern. " , kündigte Daimler-Chef Dieter Zetsche im Gespräch mit n-tv an. In den Massenmärkten gebe es "signifikante Überkapazitäten", sagte Zetsche beim Genfer Autosalon. "Im Premium-Segment ist die Situation anders: Wir haben Engpässe bei den Produktionskapazitäten."

Daimler sei daher dabei, seine Werke in den USA und in China zu erweitern, das neue Kompaktwagenwerk in Ungarn nehme in diesem Monat die Montage auf. Um die bis 2020 geplante deutliche Absatzsteigerung bei Mercedes-Benz zu erreichen, müssten die Kapazitäten erhöht werden. Der Fokus richte sich dabei auf Wachstumsmärkte, Nordamerika sei eine Möglichkeit.         

Das Risiko für einen Konjunktureinbruch im Zuge der Euro-Schuldenkrise sei in den vergangenen Wochen gesunken, sagte Zetsche. Allein durch Sparen werde die Krise aber voraussichtlich nicht überwunden, Europa brauche Wachstumsimpulse. In der ersten Jahreshälfte sei in Europa mit schwachen Fahrzeugmärkten zu rechnen, im zweiten Halbjahr und im kommenden Jahr werde sich die Lage schrittweise verbessern.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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