Wirtschaft

Absprachen bei Zinsderivaten EU verhängt Millionen-Strafen gegen Banken

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JP Morgan muss mit 72 Millionen Euro den Löwenanteil der Strafen tragen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die EU verdonnert drei Banken zur Zahlung von rund 94 Millionen Euro. Der Grund: ihre Beteiligung an Zinskartellen. Am härtesten trifft es JP Morgan, auch zwei Banken aus der Schweiz sind betroffen. Im Vergleich zu früheren Zinsabsprachen sind es jedoch nur Peanuts.

Die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sowie das US-Großbank JP Morgan müssen wegen der Teilnahme an einem Zinskartell insgesamt 32 Millionen Euro an Strafe zahlen, wie die EU-Kommission mitteilte. Daneben muss JP Morgan knapp 62 Millionen Euro zahlen, weil das Geldhaus 2008 und 2009 zusammen mit der Royal Bank of Scotland (RBS) den Franken-Referenzzins Libor manipuliert haben soll. RBS ging straffrei aus, da sie den Fall aufgedeckt hatte. Die Banken stimmten der Zahlung zu, um die Verfahren beilegen zu können, wie die EU-Kommission mitteilte.

Gegenstand der Absprachen waren Zinsderivate auf den Schweizer Franken. Zinsderivate ermöglichen es Kunden, sich gegen Zinsschwankungen abzusichern. In einem ersten Fall haben sich hier RBS und JP Morgan abgesprochen. Beide Institute arbeiteten laut der Brüsseler Behörde von März 2008 bis Juli 2009 zusammen, um den Referenzsatz Libor in der Schweiz zu manipulieren. Ähnliche Manipulationen waren im Dezember auch schon beim Euribor und dem Yen Libor aufgedeckt worden.

Ein zweites Kartell hatten laut EU die Market Maker (Marktpfleger) für Zinsderivate auf den Schweizer Franken geschlossen. Hier waren wiederum RBS und JP Morgan beteiligt und zusätzlich UBS und Credit Suisse. Hier versuchten die Banken nicht, einen Referenzzins zu manipulieren. Sie sprachen sich aber bei einem Preiselement der Derivate ab. Von Mai bis September 2007 legten sie die Differenz - den Spread - zwischen Verkauf- und Kaufkursen fest, so dass Dritte schlechtere Kurse gestellt bekamen als sich die Banken untereinander berechneten.

UBS und JP Morgan bekamen Rabatte auf ihre Strafe, weil sie bei der Aufklärung halfen. Wegen des größten Geschäftsvolumens musste dennoch JP Morgan mit 72 Millionen Euro den Löwenanteil der Strafen tragen. Die Strafen sind aber Peanuts im Vergleich zu den 1,7 Milliarden Euro, die Geldhäuser im Dezember zahlen mussten, als die Manipulationen des Euribor und den Yen Libor aufgedeckt wurden. Unter anderem war auch die Deutsche Bank betroffen.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ