Wirtschaft

Milliarden für Baden-Württemberg EnBW verkauft mehr Strom

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Natürlich braucht auch ein Stromkonzern ordentliche Blitzableiter: Detailaufnahme vom Dach der EnBW-Zentrale in Karlsruhe.

Der Energieversorger EnBW schwört die Öffentlichkeit auf die neuen Zeiten ein: Der Karlsruher Konzern drückt bei den Ausgaben vorsichtshalber auf die Bremse. Zur Begründung verweist Konzernchef Villis auf die Auswirkungen der Brennelementesteuer, die längeren AKW-Laufzeiten und den Preisdruck im Energiegroßhandel.

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EnBW-Chef Hans-Peter Villis (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Deutschlands drittgrößter Stromkonzern EnBW hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn kräftig gesteigert. Der Überschuss stieg um 52,4 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Der Umsatz legte nach Angaben des Karlsruher Unternehmens um 12,5 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro zu: Die Konjunktur zieht wieder, die Industrie benötigt wieder deutlich mehr Strom.

Der Stromabsatz stieg von 119,7 Mrd. Kilowattstunden im Jahr 2009 auf 146,9 Mrd. Kilowattstunden im Jahr 2010. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen werde 2011 um 10 bis 15 Prozent sinken, warnte der Versorger.

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Im Gasgeschäft, bei dem EnBW noch schlecht aufgestellt ist, musste der Konzern erneut Einbußen hinnehmen: Der Gasverkauf sank auf 53,6 Mrd. Kilowattstunden und blieb damit um 18,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Dennoch will EnBW-Chef Hans-Peter Villis Investitionen kürzen: Grund seien neue finanzielle Belastungen und niedrige Preise im Stromgroßhandel. Höhere Kosten fallen für EnBW zum Beispiel beim Betrieb der Atomkraftwerke durch die neue Brennelementesteuer an. Aus der neuen Abgabe entstehen für EnBW in den kommenden sechs Jahren voraussichtlich jährliche Zahlungsverpflichtungen in Höhe von etwa 440 Mio. Euro.

Dicke Dividende für Stuttgart

Bis 2013 sollten die Investitionen von aktuell 7,9 Mrd. auf 5,1 Mrd. Euro sinken, sagte Villis bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen 2010. Aus der Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten seien erhebliche finanzielle Belastungen zu erwarten, perspektivisch sei auch mit eher niedrigeren Strom-Großhandelspreisen zu rechnen.

Der Gewinn von rund 1,2 Mrd. Euro soll nach EnBW-Angaben in eine Dividende auf Vorjahresniveau von 1,53 Euro je Aktie fließen.

Ein großer Teil dieser Ausschüttung wird dem Land Baden-Württemberg zugutekommen, das Anfang Dezember Stuttgart kauft EnBW-Aktien . Das Land hatte EdF vorab die zu erwartende Dividendenzahlung für das abgelaufene Jahr erstattet.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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