Wirtschaft

16 Milliarden Euro Minus Eon macht Rekordverlust

Eon fährt 2016 den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte ein: 16 Milliarden Euro. Die Dividende fällt deutlich und ist dennoch etwas höher als erwartet. Außerdem kündigt der Energieriese an, 1000 Jobs zu streichen.

Der Energiekonzern Eon hat im vergangenen Geschäftsjahr den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte eingefahren. Unter dem Strich habe der Versorger vor allem nach Abschreibungen auf die frühere Kraftwerkstochter Uniper einen Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro erzielt, teilte das Unternehmen in Essen mit. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) und um Sondereffekte bereinigt verdiente Eon 3,1 Milliarden Euro - 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Ungeachtet der gewaltigen Abschreibungen will Eon seinen Anteilseignern mehr Dividende zahlen als am Markt erwartet. Die Aktionäre erhalten für das vergangene Jahr 21 Cent je Anteilsschein und damit einen Cent mehr als die Analysten im Mittel prognostiziert hatten. Im vergangenen Jahr kassierten sie noch 50 Cent. Für 2017 stellte der Konzern 30 Cent in Aussicht. Das bereinige Ebit soll bei 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro liegen und der bereinigte Überschuss bei 1,2 bis 1,45 Milliarden Euro.

Die Abschreibungen auf das in der Tochtergesellschaft Uniper abgespaltete traditionelle Kraftwerksgeschäft schlagen mit 11 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kommen Währungsverluste auf Uniper-Geschäfte von 3,6 Milliarden und Belastungen von 2 Milliarden Euro aus dem Risikoaufschlag für den öffentlich-rechtlichen Kernenergiefonds. Das Eigenkapital des Versorgers reduzierte sich dramatisch von 19 Milliarden auf rund 1,3 Milliarden Euro. "Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur", kommentierte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen  den höchsten Verlust der Konzerngeschichte. Nun sei der Weg frei für das neue Geschäft um Netze, Kundenlösungen und grünen Strom. 

Auch Umsatz sinkt

Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übertraf mit 4,939 Milliarden Euro zwar die Schätzung der Analysten, blieb aber dennoch rund eine Milliarde unter dem Vorjahr. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 38 Milliarden. Der nachhaltige Konzernüberschuss erreichte im alten Geschäftsjahr nur 904 Millionen Euro, rund 170 Millionen weniger als im Vorjahr.

Teyssen hatte im vergangenen Jahr das traditionelle Geschäft mit der Stromerzeugung aus Kohle und Gas in die Abspaltung Uniper ausgelagert, um Eon mit erneuerbaren Energien und Netzen in die Zukunft zu führen.

Eon will 1000 Stellen streichen

Eon wird Stellen abbauen: Konzernweit dürften bis zu 1300 Arbeitsplätze wegfallen, davon etwa 1000 in Deutschland, erklärte das Unternehmen. Damit einher geht ein interner Umbau. Ab dem Jahr 2018 sollen so dauerhaft 400 Millionen Euro eingespart werden. Aktuell hat Eon insgesamt rund 43.000 Mitarbeiter.

"Wir müssen Eon maßgeblich verändern, aber wir werden die mit einem Höchstmaß an Respekt gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen", versprach Konzernchef Teyssen. Geplant sind Regelungen zum Vorruhestand, Abfindungen und die Möglichkeit, für bis zu vier Jahre in eine Qualifizierungs- und Transfergesellschaft zu wechseln.

Quelle: ntv.de, hul/rts/DJ

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