Wirtschaft

Betrugsvorwürfe bei Riester-Verträgen Ergo kommt nicht zur Ruhe

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der wegen Lustreisen in die Schlagzeilen geratene Versicherungskonzerns Ergo gerät ins Visier der Staatsanwaltschaft. Jahrelang sollen Tausenden von Kunden höhere Kosten für ihre Riester-Verträge berechnet worden sein als vertraglich vereinbart.

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Dem Versicherer Ergo, der gerade versucht, sein ramponiertes Image mit einer "Transparenzoffensive" wieder aufzupolieren, steht neuer Ärger ins Haus: Wegen des Verdachts auf Betrug bei Riester-Verträgen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen mehrere Manager. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte einen entsprechenden Bericht im "Handelsblatt".

Der Vorgang sei aber nicht neu, hieß es. Schon Mitte vergangenen Jahres habe sich die Staatsanwaltschaft wegen fehlerhafter Abrechnungen der Verträge eingeschaltet. Bei den Ermittlungen gehe es vor allem um jene Versicherten, die inzwischen nicht mehr bei Ergo unter Vertrag stünden und denen falsch berechnete Leistungen nicht gut geschrieben worden seien, betonte der Sprecher.

Anstoß für die Ermittlungen sind laut "Handelsblatt" Tausende fehlerhafte Abrechnungen von Riester-Verträgen aus den Jahren 2005 und 2006. Sie wurden laut Ergo durch einen Druckfehler versehentlich zu falschen Kosten abgerechnet. Die Kunden zahlten 25 Prozent mehr als vertraglich vereinbart. Insgesamt ging es um rund eine Million Euro. Als ein Kunde den Fehler im Oktober 2005 bemerkte, zog die Versicherung sechs Jahre lang keine Konsequenzen. Der Kunde wurde zwar entschädigt, die anderen aber nicht.

Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier aktive und ehemalige Manager des Unternehmens wegen Betrugs und gegen sieben weitere Führungskräfte wegen Beihilfe zum Betrug. Unter ihnen befinde sich auch der Ex-Chef der Sparte Lebensversicherung, Ludger Griese, der erst vor wenigen Tagen das Unternehmen verließ. Ergo wies aber einen Zusammenhang wegen der Ermittlungen zurück. Das Versicherungsunternehmen war in den vergangenen Wochen erneut wegen diverser Sexreisen von Vertriebsleuten in die Schlagzeilen geraten.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa