Wirtschaft
Berthold Beitz ist Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Berthold Beitz ist Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.(Foto: dpa)
Dienstag, 19. März 2013

Frisches Geld dringend gebraucht: Erhöht ThyssenKrupp Kapital?

Die Eigenkapitalquote bei ThyssenKrupp ist denkbar unbefriedigend. Einem Medienbericht zufolge ist nun eine Kapitalerhöhung im Gespräch. Damit droht der Krupp-Stiftung, die 25,3 Prozent der Anteile hält, der Verlust der Sperrminorität.

ThyssenKrupp bereitet sich offenbar auf eine Kapitalerhöhung vor. Mit dem Erlös könnte das durch die Milliardenverluste aufgezehrte Eigenkapital aufgestockt werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. Zuletzt lag der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme bei 11,4 Prozent - einer der schlechtesten Werte in der deutschen Industrie. Laut Zeitung diskutiert das Management eine Kapitalerhöhung im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro.

Hemmnis für eine Ausgabe neuer Aktien sei bislang die Krupp-Stiftung gewesen, die eine Verwässerung ihrer 25,3-prozentigen Beteiligung fürchten muss. Denn mangels finanzieller Ressourcen werde die Stiftung bei einer Kapitalerhöhung voraussichtlich nicht mitziehen können, berichtete die Zeitung weiter. Der seit zwei Jahren amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger konnte den Vorsitzenden der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, von der Notwendigkeit eines solchen Schritts überzeugen, so die Zeitung.

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Den 99-jährigen Beitz dürften auch die weiteren Belastungen überzeugt haben, die ThyssenKrupp demnächst schultern muss, so das Blatt. Neben den Kosten für die Aufarbeitung des Schienenkartells, die sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen werden, drohen weitere Abschreibungen beim Verkauf der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA. Wer diese übernimmt, soll in den kommenden Wochen festgelegt werden.

Macht die Stiftung mit?

Wenn das Ausmaß der finanziellen Belastungen feststehe, soll die endgültige Entscheidung fallen, ob tatsächlich eine Kapitalerhöhung nötig wird, so das "Handelsblatt". Konkrete Emissionspläne könnten zusammen mit dem Verkauf der Stahlaktivitäten präsentiert werden. Ein solcher Doppelschlag würde am Kapitalmarkt gut ankommen.

Am Wochenende hatte sich Beitz in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage, ob die Stiftung einer möglichen Kapitalerhöhung zustimmen würde, nur indirekt geäußert. Die Stiftung würde damit ihre Sperrminorität verlieren. Beitz sagte, die Machtstellung der Stiftung sei kein Selbstzweck. Sie habe vor Jahren die entscheidenden Aktienanteile gekauft, um ThyssenKrupp vor Aufkäufen und feindlichen Übernahmen zu retten. "Ich werde mich keinem Schritt verweigern, der zum Wohle der Firma ist", sagte er.

Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Dax-Unternehmens hat Ulrich Lehner zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Der ehemalige Henkel-Chef wurde in einer Sondersitzung zum Nachfolger von Gerhard Cromme gekürt, der sich aus dem Unternehmen zurückzieht.

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Quelle: n-tv.de

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