Wirtschaft

Meiste Geldhäuser bestehen Stresstest Europas Banken stocken auf

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Mit den deutschen Instituten ist die Europäische Bankenaufsicht äußerst zufrieden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor kaum einem Jahr scheitern etliche Großbanken am Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht. Jetzt bescheinigt die Behörde fast allen Geldhäusern, dass sie über ausreichend Eigenkapital verfügen, um die nächste Krise zu bestehen. Nur vier Institute fallen noch durch.

Europas Banken haben sich in den vergangenen Monaten mehr als 200 Milliarden Euro frisches Kapital besorgt, um sich besser gegen Krisen abzusichern. Das teilte die Europäische Bankenaufsicht EBA zum Abschluss des Programms zur Bankenrekapitalisierung mit.

Die EBA hatte im vergangenen Jahr 71 Geldhäuser einem Stresstest unterzogen. Damals fehlten den Instituten Kapitalrücklagen in Höhe von 114,7 Milliarden Euro, um den geforderten Eigenkapitalanteil von 9 Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme zu erfüllen. Bei den deutschen Banken waren es 12,9 Milliarden Euro.

Insgesamt flossen laut der Bankenaufsicht bis Juni 116 Milliarden Euro in die Kapitalpuffer der großen Geldhäuser. Nur vier Banken haben die geforderte Grenze von neun Prozent harten Kernkapitals nicht erreicht. Dabei handelt es sich um ein italienisches und ein slowenisches Institut sowie zwei Banken aus Zypern. Ihnen fehlen zusammen rund 3,7 Milliarden Euro.

Deutsche Banken bestehen Stresstest

Die Bundesbank erklärte, alle zwölf teilnehmenden deutschen Institute erfüllten die Anforderung. "Die Quote beträgt im Durchschnitt 10,7 Prozent, wodurch alle Institute zusammen die Mindestkapitalanforderungen der EBA um 15,5 Milliarden Euro übertreffen." Die fünf Geldhäuser, die im vergangenen Jahr noch einen Kapitalbedarf von fast 13 Milliarden Euro aufwiesen, hätten diesen gedeckt. Sie würden nun 9,6 Milliarden Euro mehr ausweisen als gefordert.

Die beiden größten österreichischen Institute Raiffeisen Zentralbank und Erste Group schafften den Test ohne Probleme. Die RZB kam per Ende Juni auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent, die Erste auf 9,9 Prozent. Sie haben als einzige Institute aus Österreich an dem Test teilgenommen.

EBA-Präsident Andrea Enria bescheinigte den europäischen Banken einen "bedeutenden Fortschritt" bei der Stärkung ihrer Kapitalrücklagen. Die Finanzinstitute seien nun in einer besseren Verfassung, um die Realwirtschaft mit Geld zu versorgen, müssten den eingeschlagenen Weg aber weitergehen.

Die Bankenaufsicht hob hervor, sie wolle bei ihrer geforderten Kapitalquote von neun Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme bleiben. Einige Banken hatten eine Änderung gefordert und argumentiert, die Vorgaben erschwerten die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte.

Quelle: ntv.de, ieh/dpa/rts/AFP