Wirtschaft

Avancen von General Electric Frankreich kämpft um Alstom

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Frankreich ist nicht bereit, Alstom in amerikanische Hände zu geben.

(Foto: dpa)

Der französische Staat will offenbar mit allen Mitteln verhindern, dass große Teile des Industriekonzerns Alstom an General Electric verkauft werden. "Die Regierung bringt ihre patriotische Besorgnis und Wachsamkeit zum Ausdruck", so der Wirtschaftsminister.

Frankreich wehrt sich gegen eine Übernahme des Technologiekonzerns Alstom durch den US-Rivalen General Electric. Die Regierung arbeite an "anderen Lösungen und Szenarien", sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg der Zeitung "Le Monde". Alstom stehe für die industrielle Stärke Frankreichs und französischen Erfindergeist.

Er und Ministerpräsident Manuel Valls hätten bereits mit Alstom-Chef Patrick Kron darüber gesprochen und würden ihre Bedenken auch bei einem Treffen mit GE-Chef Jeff Immelt anmelden, so Montebourg. Alstom ist extrem abhängig von staatlichen Aufträgen. Mit rund 18.000 Beschäftigten arbeiten rund 20 Prozent der Belegschaft in Frankreich.

Voreilige Sorge?

Aus Branchenkreisen war bekannt geworden, dass GE Interesse an dem französischen Turbinen- und Zughersteller oder zumindest an dessen Energiesparte hat. Sollte der angeschlagene Konzern und die finanzstarke GE-Gruppe zusammengehen, könnte ein noch mächtigerer Konkurrent für Siemens entstehen. Alstom erklärte jedoch, man sei über eine mögliche Offerte nicht informiert. Ein GE-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Siemens wollte sich weder dazu noch zu Medienberichten äußern, wonach Siemens und Alstom über einen Tausch von Unternehmensteilen gesprochen haben sollen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus mit der Sache vertrauten Kreisen erfuhr, wird noch am Freitagnachmittag die Führung von Alstom zusammentreffen. Was dabei besprochen werden soll, blieb jedoch zunächst offen. Die Aktien von Alstom waren am Freitag nach Angaben der Pariser Börse auf Anordnung der Aufsicht vom Handel ausgesetzt worden. Die Titel waren am Donnerstag um elf Prozent gestiegen. Alstom, Hersteller von Kraftwerksturbinen, Zugsignaltechnik und des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV, ist an der Börse mehr als zehn Milliarden Dollar wert.

In Kreisen der deutschen Industrie hieß es, die Transportsparte von Alstom würde GE gut ergänzen. Die Amerikaner könnten im Gegenzug die nötigen Investitionen in Forschung und Entwicklung stemmen. Zudem könnten sich das Lokomotivgeschäft von GE in den USA und Alstom in Europa ergänzen. Die Deutsche Bahn ist Kunde bei Alstom und Siemens und hat deshalb ein großes Interesse an einem starken Gegengewicht zu dem deutschen Anbieter.

Quelle: n-tv.de, rts

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