Wirtschaft

Schuldenkrise eindämmen G20 machen Euro-Staaten Dampf

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Angst vor einer Ausweitung der Staatsschuldenkrise wächst. Kurz vor dem Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer fordern acht ihrer Mitgliedsstaaten die Eurozone zu stärkeren Anstrengungen auf. Auch die Weltbank fürchtet einen Dominoeffekt und sieht die Welt in einer "gefährlichen Lage".

Kurz vor Beginn der Jahrestagung von IWF und Weltbank sorgt die Schuldenkrise in Europa für Zündstoff. Sieben Staats- und Regierungschefs äußerten in einem offenen Brief ihren Unmut über die bislang vergeblichen Versuche der Politik zur Eindämmung der Krise. Europa müsse entschiedener vorgehen und alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, um das Risiko einer globalen Ansteckung zu bannen, forderten Australien, Großbritannien, Indonesien, Kanada, Mexiko, Südafrika und Südkorea in dem Schreiben an die G20-Präsidentschaft Frankreich.

Auch US-Finanzminister Timothy Geithner verschärfte seine Warnungen an Europa: Eine Pleite Griechenlands müsse verhindert werden. Er räumte aber ein, dass auch der politische Streit in den USA über den Schuldenabbau in der weltgrößten Ökonomie auf der Weltwirtschaft laste. IWF-Chefin Christine Lagarde merkte mit Blick auf die Europäer an: "Es ist schon viel getan worden. Aber es muss noch viel mehr geschehen." Es gehe um koordinierte politische Führung, um die beschlossenen Schritte im Kampf gegen die Krise schnell umzusetzen. "Es gibt Hoffnung", sagte sie. EU-Währungskommissar Olli Rehn warnte, die These, man könne eine Insolvenz Griechenlands in einigermaßen geordneten Bahnen hinbekommen, sei womöglich trügerisch. Er gestand zudem ein: "Ja, wir müssen verwundbare Banken rekapitalisieren".

Ansteckungsgefahren

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Weltbank-Präsident Robert Zoellick

(Foto: REUTERS)

Weltbank-Präsident Robert Zoellick fürchtet ein Übergreifen der massiven Finanzprobleme in Europa und den USA auf die Schwellen- und Entwicklungsländer. Einen neuerlichen Absturz in eine weltweite Rezession hält er zwar für "unwahrscheinlich", sagte Zoellick. Er warnte jedoch gleichzeitig vor der Ansteckungsgefahr, vor der niemand immun sei. Auch den Schwellenländern als bisheriger Weltwirtschaftslokomotive drohe inzwischen Schaden. "Die Welt befindet sich in einer gefährlichen Lage", mahnte er.

Bislang seien die aufstrebenden Länder wie China oder Indien relativ ungeschoren von den Problemen in Europa und den USA geblieben, fügte Zoellick hinzu. Inzwischen verschlechterten sich aber auch für sie die Aussichten. "Die Krise kann auch zu einer Krise der Entwicklungsländer werden."

Auf und am Rande der IWF-Jahrestagung, die formell am Freitag beginnt, treffen sich Finanzpolitiker -und -experten aus den 187 Mitgliedsländern des Fonds. Auch die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) werden erneut zusammenkommen.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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