Wirtschaft

Unruhe bei der Bahn GDL droht mit Streiks

Kommt es bald wieder zu Ausständen der Lokführer. Die Gewerkschaft GDL hält diese für nicht ausgeschlossen. Sie erntet damit Unverständnis bei der größeren Gewerkschaft EVG. Auch die Deutsche Bahn reagiert verärgert.

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GDL-Chef Claus Weselsky fährt einen harten Kurs.

(Foto: dpa)

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich von der Streikdrohung der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) distanziert. Mit ihrer Androhung von Ausständen für Mitte Januar versuche die GDL, "Machtpolitik zu betreiben statt vernünftige Tarifverträge für die Beschäftigten zu vereinbaren", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner der "Bild"-Zeitung.

Da die GDL inhaltlich nicht punkten könne, lenke sie mit Krawall und "Nebelkerzen" von diesem Problem ab. "Die GDL will Aufmerksamkeit erheischen, auch im Hinblick auf die im Mai stattfindende Betriebsratswahl", sagte Kirchner der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese Vorgehensweise sei absehbar gewesen und überrasche daher nicht. Es handele sich um "Getöse der gewerkschaftlichen Konkurrenz".

GDL-Chef Claus Weselsky hatte mit Streiks für Mitte Januar gedroht, um die Tarifforderungen der Lokführer gegenüber der Deutschen Bahn AG durchzusetzen. Umstritten ist in den Verhandlungen zwischen beiden Seiten ein sogenannter Demografie-Tarifvertrag.

GDL fordert Nachbesserung

Während die dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehörende EVG den Tarifvertrag bereits unterschrieben hat, fordert die zum Deutschen Beamtenbund zählende GDL eine Lizenzverlustversicherung für alle Lokführer. Wer zum Beispiel durch einen Selbstmord auf den Gleisen traumatisiert sei und nicht mehr fahren könne, müsse geschützt sein, forderte Weselsky. Außerdem wolle die GDL erreichen, dass Lokführer nicht mehr in andere Regionen versetzt werden, sondern ihnen ein Arbeitsplatz nahe ihrem Wohnort angeboten wird.

Die Deutsche Bahn reagierte mit "völligem Unverständnis". Der Konzern biete "eine Beschäftigungssicherung wie kaum ein anderes Unternehmen", hatte eine Sprecherin erklärt. Auch Kirchner sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", der Demografie-Vertrag mit der Bahn biete Mitarbeitern des Unternehmens eine lebenslange Beschäftigungsgarantie. "Das ist einzigartig in Deutschland", sagte Kirchner.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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