Wirtschaft

Einkommen sinkt durch Pandemie Geringverdiener haben die größten Einbußen

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Wer vor der Krise schon wenig verdiente, muss nun häufig mit noch weniger auskommen.

(Foto: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa)

Je länger die Corona-Krise anhält, desto mehr Deutsche bekommen die Pandemie finanziell zu spüren. Dabei verstärkt die Krise "soziale Schlagseiten": Einer Studie zufolge sind Menschen mit niedrigem Einkommen am häufigsten und am härtesten betroffen.

Immer mehr Deutsche spüren die Corona-Krise im Portemonnaie. Im November gaben bereits 40 Prozent der Arbeitnehmer an, ihr Einkommen habe sich durch die Pandemie verringert, so eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Das WSI befragte dafür zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie mehr als 6000 Arbeitnehmer. Der Anteil jener, die durch die Corona-Pandemie Einkommen verloren oder noch verlieren, nahm seit Juni um acht Prozentpunkte zu.

Menschen mit geringem Einkommen sind dabei besonders häufig von Einbußen betroffen: So trifft es jeden Zweiten, der normalerweise über bis zu 1500 Euro Nettoeinkommen im Monat verfügte, aber nur jeden Dritten mit 2000 Euro und mehr. Auch sind die Einbußen bei denjenigen, die schon zuvor wenig verdienten, besonders groß. So erlebt jeder zweite Arbeitnehmer mit bis zu 1500 Euro netto im Monat in seinem Haushalt Einbußen von mehr als einem Viertel. Bei den Mehrverdienern sind es nur halb so viele. "Die Pandemie verstärkt soziale Schlagseiten", so WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch.

Parallel zu den Einkommensverlusten sinkt die Zustimmung zum Krisenmanagement der Regierung. Zeigten sich vor einem halben Jahr noch zwei Drittel zufrieden, waren es im November nur noch 55 Prozent. Corona-Leugner und ihre Verschwörungsmythen profitieren davon aber nicht. So konnten sich beispielsweise im November nur noch 28 Prozent der Befragten vorstellen, dass Eliten die Pandemie benutzen, um Interessen der Reichen und Mächtigen durchzusetzen. Im Juni waren es noch 40 Prozent. Dieser Rückgang dürfte laut den WSI-Forschern damit zusammenhängen, dass mehr Bürger die Pandemie ernst nehmen, seit Infektionen und Todesfälle ab Herbst deutlich stiegen.

70 Prozent der Befragten machen sich aktuell Sorgen um ihre Gesundheit, zwölf Prozentpunkte mehr als im Sommer. 95 Prozent der im November Befragten gaben an, sich an die Hygieneregeln zu halten und Maske zu tragen. 86 Prozent reagieren wütend, wenn sich andere Menschen nicht an Corona-Sicherheitsvorkehrungen halten.

Quelle: ntv.de, mbo

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