Wirtschaft

Im Clinch mit dem SoFFin HRE-Chef wirft hin

Bei der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) geht der Kapitän von Bord. Axel Wieandt zieht die Konsequenzen aus dem Streit mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin und nimmt seinen Hut. Für ihn rückt Risikovorstand Manuela Better nach.

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Axel Wieandt verlässt ein Fass ohne Boden.

(Foto: AP)

Paukenschlag bei der Hypo Real Estate (HRE): Der als Sanierer von der Deutschen Bank geholte Axel Wieandt tritt überraschend nach nur eineinhalb Jahren als Vorstandschef des mittlerweile verstaatlichen Immobilienfinanzierers zurück. Der Bankenrettungsfonds SoFFin teilte mit, der 43-Jährige werde mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten entbunden. Seine Nachfolgerin soll zunächst Risikovorstand Manuela Better werden.

Insidern zufolge hatte Wieandt, früher Strategie-Chef unter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, mehr Freiheit gegenüber dem SoFFin gefordert. Auch zur Vergütung gebe es unterschiedliche Positionen. Wohin Wieandt geht, war zunächst nicht zu erfahren.

Die HRE musste in der Finanzkrise mit Hilfen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro gestützt werden und ist zum Symbol gescheiterter Banken geworden. Fehlspekulationen der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa hatten den einstigen Dax-Konzern mehrfach an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Es ist in Deutschland der größte Sanierungsfall der Finanzkrise. Es war befürchtet worden, dass eine Pleite der HRE viele andere Geldhäuser mit in den Abgrund gerissen hätte.

Erneut tiefrote Zahlen

Vorstand und Aufsichtsrat wurden im Zuge der Rettung komplett erneuert. Wieandt und sein Team sollten die Bank gesundschrumpfen und wieder in ruhiges Fahrwasser bringen. Am Freitag soll die Bilanz für 2009 veröffentlicht werden. Finanzkreisen zufolge ist noch ein mehr als halbierter Vorsteuerverlust von unter 2,5 Milliarden Euro angefallen. Schwarze Zahlen erwartet die Bank frühestens 2012.

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Nun ist Manuela Better auf dem Schleudersitz.

(Foto: dpa)

Wie die WestLB will die HRE als zweite Bank in Deutschland ganze Geschäftsbereiche sowie toxische Wertpapiere in eine "Bad Bank" auslagern. In die Abwicklungsanstalt soll ein Volumen von bis zu 210 Milliarden Euro eingebracht werden.

Das als zukunftsträchtig erachtete Geschäft mit Immobilien- und Staatsfinanzierungen in Europa ist mittlerweile in der HRE-Tochter Deutschen Pfandbriefbank gebündelt. Diese hat noch ein Volumen von rund 130 Milliarden Euro - etwa ein Drittel der einstigen Größe.

Quelle: ntv.de, wne/rts