Wirtschaft

Fitschen warnt Harte Zeiten für Banken bleiben

DI30116-20120904.jpg418343196485342283.jpg

Jürgen Fitschen

(Foto: dapd)

In Zeiten der Finanz- und Schuldenkrise ist Realismus bei den Banken gefragt. Deutsche-Bank-Chef Fitschen sieht die Geldinstitute noch vor einem langen Weg. Das Renditepotenzial der Deutschen Bank beziffert er langfristig bei 14 bis 15 Prozent.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 7,99

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen stimmt die Finanzbranche auf weiterhin schwierige Zeiten ein. "Die Zukunft des Bankensektors kann sich nicht darauf berufen, von dramatischen Wachstumsmöglichkeiten auszugehen, die das Problem, das wir haben, relativ schnell lösen werden", sagte der Manager auf einer Branchenkonferenz in Frankfurt am Main. "Wir sind gut beraten, wenn wir uns für die kommenden Jahre auf anhaltende Volatilität einstellen."

Bezogen auf die Euro-Schuldenkrise sagte Fitschen: "Ein Kernproblem, was wir haben, ist, diese Schicksalsgemeinschaft zwischen Banken und Staaten ein- für allemal zu lösen." Fitschen führt die größte Deutsche Bank seit diesem Juni gemeinsam mit .

Die Banken hätten aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt, sagte Fitschen weiter. Er sehe die Finanzindustrie jedoch vor weiteren "nachhaltigen Veränderungen", die Branche werde in drei, vier Jahren anders aussehen. Für sein Haus kündigte Fitschen weitere Konsequenzen an: Am 11. September will die Führungsspitze der Deutschen Bank Details zu ihrer künftigen Strategie veröffentlichen.

Investmentbanking verteidigt

Das Dax-Unternehmen wolle sein Profil als Universalbank schärfen, erklärte Fitschen. Er sprach von einer "noch stärkeren Hinwendung zum kundenzentrierten Auftritt". Pauschale Kritik am Investmentbanking wies er zurück. "Eine bestimmte Größe ist notwendig, um das zu tun, was die großen, global orientierten Kunden von uns erwarten." Dazu gehöre auch das Kapitalmarktgeschäft. Es sei nicht so, dass Einlagen von Sparern für zweifelhafte Geschäfte missbraucht würden, versicherte der Manager.

Fitschen deutete an, dass das Renditepotenzial der Deutschen Bank insgesamt langfristig bei 14 bis 15 Prozent liege. Amtsvorgänger Josef Ackermann hatte das Ziel einer Vorsteuerrendite von 25 Prozent verfolgt.

Quelle: ntv.de, dpa