Wirtschaft

Kampf um Mautstraßen-Betreiber Hochtief bietet für spanische Abertis

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Hochtief auf Shoppingtour: Die Essener wollen über 17 Milliarden Euro für Abertis locker machen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Essener Hochtief-Konzern will den spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis schlucken - und bietet 17,1 Milliarden Euro. Ziel sei ein "integrierter Infrastrukturkonzern". Doch Hochtief ist nicht der einzige Bieter - auch die Italiener buhlen um das Unternehmen.

Die Übernahmeschlacht um Abertis beginnt: Deutschlands größter Baukonzern Hochtief legte eine 17,1 Milliarden Euro schwere Offerte für den spanischen Mautstraßen-Betreiber vor. "Zusammen können Hochtief und Abertis einen integrierten Infrastrukturkonzern mit einzigartiger globaler Ausrichtung schaffen", erklärte Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes. Das Angebot besteht aus Cash und Aktien - es wird also auch eine Kapitalerhöhung fällig.

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Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hochtief, Tochter der spanischen ACS, will die italienische Atlantia übertrumpfen, die ebenfalls um Abertis buhlt und Insidern zufolge schon einige Investoren überzeugt hat. Die Italiener sind mit rund 17 Milliarden Euro im Rennen. Abertis betreibt mautpflichtige Straßen und Autobahnen in Spanien und ist auch in Chile und Brasilien aktiv. Insgesamt umfasst das Straßennetz mehr als 8600 Kilometer in 14 Ländern. Das Unternehmen expandierte in den vergangenen Jahren stark außerhalb Spaniens und ist hoch profitabel - das weckt Begehrlichkeiten.

Dass Hochtief in den Startlöchern steht, hatte sich seit Tagen abgezeichnet. Nun segnete der Aufsichtsrat die Pläne ab. Vorstandschef Verdes betonte, Hochtief bietet den Abertis-Aktionären eine Prämie von 13,7 Prozent gegenüber dem Angebot von Atlantia. Insgesamt legen die Essener 18,76 Euro in bar für eine Abertis-Aktie auf den Tisch - oder 0,1281 neue Hochtief-Aktien. Es könnten neue Aktien im Wert von rund 3,6 Milliarden Euro ausgegeben werden. Zur Finanzierung steht ein Kreditrahmen in Höhe von 15 Milliarden Euro bereit.

Hochtief-Aktie legt kräftig zu

Hochtief
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Das Angebot sieht eine Mindestannahmequote von 50 Prozent und einer Aktie vor. Insgesamt bewertet Hochtief das Eigenkapital von Abertis sogar mit 18,6 Milliarden Euro - denn Abertis hält eigene Aktien. Zudem umgarnt Hochtief die Investoren mit Aussichten auf eine höhere Dividende - die Ausschüttungsquote soll nach offiziellem Bekunden in Richtung 90 Prozent gesteigert werden. Hochtief-Anleger bejubelten die Aussicht auf üppige Ausschüttungen und einen großen Deal: Die Aktie legte in der Spitze 5,7 Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 158 Euro zu. Atlantia verloren dagegen zeitweise fast drei Prozent.

Die Arbeitnehmervertreter stellen sich hinter die Pläne von Hochtief. "Das hat Hand und Fuß", sagte IG-Bau-Bundesvorstand Carsten Burckhardt, der auch Mitglied des Aufsichtsrats ist. Beide Unternehmen ergänzten sich gut: "Es passt." Hochtief hat bereits mit Mautstraßen zu tun und plant, entwickelt und baut diese zusammen mit der öffentlichen Hand. Laut Burckhardt könnte der Zusammenschluss mit Abertis in der Perspektive Arbeitsplätze sichern und sogar neue Stellen schaffen. "Abertis ist auf Wachstum ausgelegt." Zudem solle die Zentrale eines fusionierten Unternehmens in Deutschland.

Atlantia könnte Offerte anpassen

Die spanische ACS hatte Hochtief seinerseits vor Jahren nach einem erbitterten Übernahme-Kampf geschluckt. Kontrolliert wird ACS von Real-Madrid-Präsident Florentino Perez. Ihm werden beste Verbindungen zur konservativen spanischen Regierung nachgesagt - das könnte im Kampf um die für die Infrastruktur des Landes wichtige Abertis hilfreich sein. Zunächst sind aber die Abertis-Eigner am Zug - sie entscheiden, welcher Offerte sie den Vorzug geben.

Größter Anteilseigner ist die spanische Investment-Holding Criteria Caixa mit 22,25 Prozent. Sie würde sich mit einem Verkauf des Abertis-Anteils weniger abhängig von spanischen Unternehmen machen, die ihr Portfolio dominieren. Nennenswerte Anteile an Abertis halten auch die Investoren Lazard Asset Management LLC, BlackRock, Capital Group sowie TCI Fund Management. Sie könnten aber nun auch auf Atlantia warten: Insider hatten gesagt, die Italiener könnten bei ihrem Angebot nachbessern.

Quelle: ntv.de, jug/rts

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