Wirtschaft

"Yippiejaja-yippie-yippie-yeah"? Hornbach macht auf grundsolide

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Hornbach und die "3 plus x" ...

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der "Nicht-Sommer" 2011 macht Hornbach zu schaffen. Nach glänzenden Geschäften im ersten Quartal meldet die Baumarktkette nun nur noch einen geringen Umsatzanstieg - und zudem einen Gewinnrückgang. Eine baldige Prognoseanhebung für das Gesamtjahr liegt damit erst einmal auf Eis.

Die Baumarkt-Gruppe Hornbach hat nach einem schwächeren zweiten Quartal Hoffnungen auf eine baldige Prognoseanhebung für das Gesamtjahr gedämpft. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Umsatz und Ertrag positiver entwickeln könnten als erwartet, hat sich tendenziell verringert, hieß es im Halbjahresbericht. Grund dafür seien die Staatsschuldenkrise sowie gestiegene Konjunkturrisiken.

Trotz eines Gewinnrückgangs um 8 Prozent bezeichnete Firmenchef Albrecht Hornbach das abgelaufene Quartal als grundsolide. "Im zweiten Quartal haben wir den Rekordwert des Vorjahresquartals fast wieder erreicht."

Schlechtes Wetter im Juli

Im ersten Quartal hatte sich die Baumarktkette dank des Eifers der deutschen Heimwerker noch über einen Gewinnsprung von 30 Prozent und einen Umsatzanstieg von 11 Prozent freuen können. Im zweiten Quartal (Juni bis August) legte der Konzernumsatz nur noch um 3,9 Prozent auf 862 Mio. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um 2,3 Prozent auf 78,5 Mio. Euro. Unter dem Strich stand ein um 8,3 Prozent gesunkener Gewinn von 49,5 Mio. Euro.

Im Vorjahresquartal habe es aber auch zwei Verkaufstage mehr gegeben und das schlechte Wetter vor allem im Juli habe die Lust auf Renovierungs- und Gartenarbeiten vermiest, erläuterte Hornbach. Für das Gesamtjahr (per Ende Februar) erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein höheres Ebit als im Vorjahr. Viel muss Hornbach dafür nicht mehr verdienen: Nach dem ersten Halbjahr liegt das Ebit bei 157,8 Mio. Euro, im gesamten Vorjahr waren es 159 Mio. Euro gewesen.

Hornbach ist mehr als "nur" Baumärkte

In Deutschland profitiere die Gruppe, die neben der gleichnamigen Baumarktkette auch einen Baustoffhandel betreibt und im Immobiliengeschäft tätig ist, von einem boomenden Wohnungsbau und Renovierungsmarkt und entwickele sich besser als die Konkurrenz, betonte Hornbach. So hätten seine heimischen Bau- und Gartenmärkte den Umsatz im zweiten Quartal um 2 Prozent gesteigert, während die Branche insgesamt etwa fünf Prozent 5 habe.

"Insgesamt sind wir im ersten Halbjahr 2011/2012 sehr zufrieden mit der Performance in Deutschland", erklärte der Vorstandschef. Konkurrent Praktiker hatte dagegen im zweiten Quartal einen Rekordverlust verbucht.

Dynamischere Expansion

Mit der Öffnung von zwei neuen Filialen in Tschechien im ersten Halbjahr betreibt Hornbach nun 134 Bau- und Gartenmärkte in Europa. Die Schlagzahl der Expansion will Hornbach wieder erhöhen. "Unser Ziel ist, sieben neue Standorte pro Jahr zu eröffnen. Auf diese Normalniveau wollen wir wieder zurückkommen", sagte Finanzchef Roland Pelka. Schaffen könne Hornbach das frühestens 2013. Für das nächste Jahr sei die Eröffnung von "3 plus x" Märkten geplant, feste Projekte seien neue Märkte in der Schweiz, in Schweden und Rumänien.

Zu Spekulationen, der britische Großaktionär Kingfisher könne seinen 21-prozentigen Anteil an der Hornbach Holding verringern, sagte der Vorstandschef, er habe keine Informationen in diese Richtung. "Da ist meines Erachtens nichts in der Pipeline." Er sehe auch die strategische Notwendigkeit eines solchen Schrittes nicht mehr, nachdem Kingfisher seine Verschuldung durch andere Maßnahmen reduziert habe.

Quelle: ntv.de, rts