Wirtschaft

Krise macht Deutsche geschäftig Hornbach verdient prächtig

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Im Winter ist generell weniger los.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach drei Jahren Dauerkrise greifen die Deutschen zu Maurerkelle, Hammer und Rechen: Die Sorge vor einer Geldentwertung und neuen Krisenturbulenzen treibt "Häuslebauer, Heimwerker und Gartenliebhaber" in den Ausbau, Pflege und Sanierung ihrer Sachwerte. Die Baumarktkette Hornbach kann sich nicht beschweren.

Mitten in der Schuldenkrise und der anhaltenden Unsicherheit an den Aktienmärkten profitiert die Baumarktgruppe Hornbach von der ungebrochenen Kauflaune deutscher Heimwerker.

Das Unternehmen wächst deutlich stärker als die Konkurrenz und bekräftigte seine Ziele für das im Februar auslaufende Geschäftsjahr: Angesichts gestiegener Umsätze und Gewinne in den ersten neun Monaten erwartet Hornbach nun auch im Gesamtjahr 2011/12 Zuwächse. Die neue Prognose kam an der Börse gut an: Die Vorzugsaktie der Konzernholding zählte mit einem Plus von bis zu 3 Prozent zu den größten Gewinnern im Kleinwerteindex SDax.

"Der Wohnungsbau- und Renovierungsmarkt läuft rund", sagte Vorstandschef Albrecht Hornbach. "Bislang haben die Hiobsbotschaften rund um die europäische Staatsschuldenkrise offenbar noch nicht die Konsumlaune der deutschen Häuslebauer, Heimwerker und Gartenliebhaber beeinträchtigt."

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"Der Wohnungsbau- und Renovierungsmarkt läuft rund": Albrecht Hornbach.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die gute Verfassung des Arbeitsmarkts und Lohnzuwächse hätten vielmehr den Anreiz verstärkt, durch Neubau oder Renovierung in inflationsgeschützte Vermögenswerte zu investieren, erklärte der Hornbach-Chef. Deutsche Verbraucher versprechen Beobachtern zufolge bereits zu einer Säule des Wirtschaftswachstums zu werden. Das vom Marktforscher GfK ermittelte Konsumklima war zuletzt überraschend stabil geblieben.

Stärker als die Branche

Der Umsatz des Hornbach-Konzerns, der neben der gleichnamigen Baumarktkette auch Baustoffhandel und Immobiliengeschäfte betreibt, stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs um 6,6 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro. Im Inland verbuchten die Bau- und Gartenmärkte der Gruppe flächenbereinigt - also ohne Neueröffnungen oder Schließungen - ein Umsatzplus von 6 Prozent.

Die Branche war dagegen zuletzt nach Angaben des Baumarktverbands BHB flächenbereinigt lediglich um 0,5 Prozent gewachsen. Der angeschlagene Konkurrent büßt nach einer fehlgeschlagenen Werbestrategie mit Rabattaktionen sogar fortwährend Umsätze ein. Hornbach setzt im Gegensatz zu vielen Konkurrenten besonders auf Kunden, die für größere Bauvorhaben beträchtliche Summen investieren.

Der Gewinn von Hornbach legte ebenfalls zu. Vor Zinsen und Steuern verzeichnete der Konzern im Zeitraum März bis November ein Plus von 12,8 Prozent auf 191 Mio. Euro. Der Überschuss stieg um 4,4 Prozent auf 118 Mio. Euro.

"Wir erwarten weiterhin, dass die Umsätze im Konzern der Hornbach Holding AG im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen und das Betriebsergebnis (Ebit) über dem Vorjahreswert in Höhe von 159,1 Mio. Euro liegen wird", erklärte Vorstandschef Hornbach. In den Wintermonaten läuft das Geschäft der Baumarktbranche gewöhnlich schlechter, so dass in dieser Zeit oft Verluste anfallen.

Quelle: ntv.de, rts