Wirtschaft

Mehr Geld für Kredite IWF verkauft Gold

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will in Kürze mit dem Verkauf von 191,3 Tonnen Gold am offenen Markt beginnen, um mehr Kredite vergeben zu können. Freuen kann sich bereits das gebeutelte Lettland. Das EU-Mitgliedland bekommt noch einmal einen Notkredit von 200 Mio. Euro.

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Irgendjemand muss immer zahlen: Klamme Staatskassen werden momentan vom IWF gefüllt. Der IWF wird in einer nächsten Runde wieder bei den G20 die Hand aufhalten. (Im Bild: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will in Kürze mit dem Verkauf von 191,3 Tonnen Gold am offenen Markt beginnen, um mehr Kredite vergeben zu können. Freuen kann sich bereits das gebeutelte Lettland. Das EU-Mitgliedland bekommt noch einmal einen Notkredit von 200 Mio. Euro.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) muss im großen Stil ans "Tafelsilber" ran oder vielmehr ans "Tafelgold", um notleidenden EU-Staaten mit Krediten unter die Arme greifen zu können. Um Störungen am Goldmarkt zu vermeiden, will der IWF den Goldverkauf in mehreren Phasen über die Bühne bringen. Der Goldpreis gab auf die Nachricht hin leicht nach. Die Feinunze verbilligte sich in Fernost auf 1100,75 US-Dollar von 1106 US-Dollar im späten New Yorker Mittwochshandel.

Der Verkauf kommt nicht plötzlich, sondern findet im Rahmen eines im vergangenen Jahr verkündeten Programms des IWF statt. Ziel der Organisation ist es unter andere, armen Ländern weiter günstige Kredite zur Verfügung zu stellen. Mit dem Verkauf der jetzigen Tranche verschafft sich der IWF hierfür finanzielle Mittel in Höhe von knapp 7,0 Mrd. US-Dollar. Insgesamt will der Fonds 403,3 Tonnen Gold verkaufen, also etwa ein Achtel seines gesamten Bestands.

Notkredit für Lettland

Unterdessen gab der IWF jetzt grünes Licht für einen weiteren Notkredit an Lettland. Der Exekutivausschuss des IWF billigte in Washington die Auszahlung von 200 Mio. Euro an das EU-Mitgliedsland, das sich wegen der weltweiten Wirtschaftskrise in akuten Finanznöten befindet. Damit har der Baltenstaat bislang rund 1,0 Mrd. Euro aus seiner Kreditlinie in Höhe von 1,71 Mrd. Euro ausgeschöpft.

Die 2,2 Mio. Letten haben wahrscheinlich die schlimmste Rezession der 27 EU-Mitgliedstaaten durchlitten. Das lettische Bruttoinlandsprodukt sank Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr um mehr als 18 Prozent. Neben Lettland greifen auch die EU-Länder Ungarn und Rumänien auf Hilfen des IWF zurück.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/AFP