Wirtschaft

Schuldenkrise zwingt zum Handeln IWF will Mittel aufstocken

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(Foto: dpa)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) dringt wegen der grassierenden Schuldenkrise auf mehr Kapital. Im Gespräch sind einem Zeitungsbericht zufolge 1,3 Billionen US-Dollar. Der Fonds mahnt die Europäische Zentralbank (EZB), sich noch stärker zu engagieren. "Die EZB ist der einzige Akteur, der den Märkten wirklich noch Angst einjagen kann", sagt IWF-Europachef Borges.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwägt, seine Ressourcen für den Kampf gegen die Schuldenkrise weiter aufzustocken. Zwei Modelle seien im Gespräch, mit denen Finanzmittel von derzeit rund 940 Milliarden Dollar auf 1,3 Billionen US-Dollar oder mehr steigen könnten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne Angabe von Quellen.    

Der IWF dringt auf mehr Kapital, um unter anderem mehr Länder in Wirtschaftskrisen vor Ansteckungsgefahren schützen zu können. Die Verhandlungen über die Kapitalaufstockung stünden erst am Anfang. Auf der Jahrestagung in Washington sei ein Prüfauftrag erteilt worden, berichtete das Blatt weiter. Insbesondere die Hilfen für schuldengeplagte Euro-Länder belasten die Mittel des Fonds.  

Zugleich drängt der IWF die Europäische Zentralbank (EZB), in der europäischen Schuldenkrise eine stärkere Rolle zu spielen. "Die EZB ist der einzige Akteur, der den Märkten wirklich noch Angst einjagen kann", sagte der Chef der Europa-Abteilung des IWF, Antonio Borges. Die Finanzmärkte wurden zuletzt immer skeptischer, dass Griechenland eine Staatspleite und die Politiker ein Übergreifen der Krise auf andere Länder vermeiden können.  

US-Amerikaner wollen weitere ESFS-Aufstockung

Derzeit wird fieberhaft über Lösungen für die Krise beraten. Der Rettungsmechanismus EFSF alleine sei dazu nicht in der Lage, sagte Borges. "Wir brauchen eine Kombination von EZB und EFSF." In den vergangenen Tagen ist der Druck auf die handelnden Akteure größer und der Ruf nach schneller wirksamen Instrumenten lauter geworden.

So regte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Wochenende an, dass der dauerhafte Rettungsmechanismus ESM, der den vorläufigen EFSF ablösen soll, bereits im nächsten Jahr und nicht erst Mitte 2013 zur Verfügung stehen sollte. Dagegen drängen die USA und die Euro-Länder, den EFSF weiter aufzustocken. Zunächst soll aber der EFSF mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden. Der Bundestag stimmt am kommenden Donnerstag über den reformierten Rettungsschirm ab.    

Um schuldengeplagten Ländern zu helfen, kauft die EZB Anleihen der betroffenen Staaten auf. Das Programm ist aber umstritten. Eine Entscheidung, wann die EZB die Anleihe-Käufe wieder einstellt, gebe es noch nicht, sagte EZB-Direktoriums-Mitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo der spanischen Zeitung "ABC". Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Nagel sprach sich dafür aus, das Programm wieder einzustellen. Vor allem in Deutschland stößt es auf heftige Kritik.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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