Wirtschaft
In der Baubranche gibt es in jedem Bundesland unterschiedliche Vorschriften.
In der Baubranche gibt es in jedem Bundesland unterschiedliche Vorschriften.(Foto: dpa)
Montag, 16. Januar 2017

Baubranche will leichtere Regeln: Immobilienpreise legen rasant zu

Die Immobilienpreise und Mieten steigen weiter in einem rasanten Tempo. Um den Wohnungsmangel vorzubeugen, fordert die Baubranche nun einheitliche Bau-Vorschriften. Aktuell hat jedes Bundesland eigene Regeln. Und diese sind unterschiedlich streng.

Immobilienpreise sowie Mieten sind im vergangenen Jahr weiter rasant gestiegen. Laut Jones Lang Lasalle (JLL) war 2016 das Jahr mit dem stärksten Mietpreisanstieg seit Beginn der Marktbeobachtung durch JLL 2004. Auf Jahressicht betrage das gemittelte Plus in den acht untersuchten Wohnungsmärkten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig) knapp 8 Prozent.

Über alle Städte hinweg liege der Anstieg der Kaufpreise auf Jahressicht mit plus 10 Prozent weiterhin über dem Mietpreisanstieg. Seit 2004 seien die Kaufpreise zwischen 56 (Köln) und 115 (Berlin) Prozent gestiegen. Leipzig legte in diesem Zeitraum lediglich um 7 Prozent zu.

Angesichts des Wohnungsmangels in vielen deutschen Städten fordert die Baubranche eine Vereinheitlichung des Vorschriften-Dschungels der 16 Bundesländer. "Wir brauchen ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren", sagte Dieter Schäfer, Chef des Beirats der ausstellenden Firmen der Messe Bau 2017. Er regte an, in Wohngebieten auf die vorgeschriebenen Stellplätze für Autos zu verzichten - "dort wo eine gute Verkehrsinfrastruktur gegeben ist."

Die 16 Landesbauordnungen in Deutschland sind vielen Unternehmern der Baubranche seit langen ein Dorn im Auge, weil in jedem Bundesland unterschiedliche Regeln eingehalten werden müssen. So verbieten beispielsweise Bayern und Nordrhein-Westfalen ausdrücklich, dass Wohn- und Schlafräume auf der Nordseite des Wohnhauses liegen, Bayern schreibt zusätzlich vor, dass jede Wohnung "besonnte Aufenthaltsräume" haben muss. In manchen Ländern sind Kellerwohnungen erlaubt, in anderen nicht.

Quelle: n-tv.de