Wirtschaft

Beschäftigungsabbau bald vorbei Industrie erholt sich

Der Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie ist zwar noch im Gange; allerdings rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einem baldigen Ende. Grund ist die wieder anziehende Konjunktur.

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Die Produktion kommt langsam wieder in Schwung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz steigender Exporte und besserer Auftragslage streicht die Industrie weiter Jobs. Das Verarbeitende Gewerbe zählte im Februar noch gut 4,9 Millionen Beschäftigte. Das waren 242.500 oder 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht aber Licht am Ende des Tunnels.

"Der Beschäftigungsabbau kann zur Jahresmitte zum Stillstand kommen", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. "Mit neuen Jobs ist in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen, wenn sich die Erholung so fortsetzt." Im Jahresschnitt dürften aber dennoch bis zu 200.000 Industriejobs wegfallen.

Schon im vergangenen Jahr gingen mehr als 200.000 Arbeitsplätze verloren. Damit wurde der in den beiden vorangegangenen Boomjahren erreichte Stellenaufbau wieder zunichtegemacht.

Viele Unternehmen noch schlecht ausgelastet

Das Verarbeitende Gewerbe hat sich zuletzt deutlich erholt. Die Exporte zogen im Februar mit 5,1 Prozent so stark an wie seit acht Monaten nicht mehr. Die positive Auftragsentwicklung verspricht weiteres Wachstum: Das Neugeschäft übertraf im Januar/Februar das Vorjahresniveau um 22,5 Prozent. Es lag damit aber noch immer ein Fünftel unter dem Stand von 2008. "Trotz des Aufwärtstrends sind immer noch viele Unternehmen schlecht ausgelastet", sagte Treier.

Die Wirtschaftskrise macht fast allen großen Branchen noch zu schaffen, besonders den Herstellern von Metallerzeugnissen. Sie zählten 8,4 Prozent weniger Mitarbeiter als vor Jahresfrist. Die beiden größten Industriebranchen beschäftigen ebenfalls deutlich weniger Menschen: Die Autoindustrie zählte 5,0 Prozent weniger Mitarbeiter, die Maschinenbauer 5,7 Prozent weniger. Lediglich die Nahrungs- und Futtermittelindustrie erhöhte die Mitarbeiterzahl, und zwar um 2,0 Prozent.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm im Februar um 0,5 Prozent ab auf rund 614 Millionen. Die Bruttoverdienste sanken um 1,7 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro. In der Statistik werden nur Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst.

Quelle: ntv.de, rts

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