Wirtschaft

Erotik-Bücher verbannt, Verkauf wartet Katholische Kirche spielt auf Zeit

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Die katholische Kirche möchte den Weltbildverlag verkaufen - jedoch in aller Ruhe.

(Foto: dpa)

Es sollte alles ganz schnell gehen, doch nun tritt die Kirche auf die Bremse. Die Bischöfe wollen den katholischen Weltbild-Verlag wegen der mittlerweile verbannten Erotik-Literatur zwar weiterhin verkaufen. Allerdings nicht als Schnellschuss, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Zollitsch mitteilt. Vor allem sollen durch den Verkauf keine Arbeitsplätze gefährdet werden.

Die katholische Kirche tritt beim geplanten Verkauf des wegen erotischer Buchangebote in die Schlagzeilen geratenen Weltbild-Verlags auf die Bremse. "Wir werden den Verlag nicht auf überhastete Weise verkaufen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Der Erhalt der Arbeitsplätze in dem katholischen Verlag habe eine sehr hohe Priorität.

Es werde daher keinen übereilten Verkauf geben, sagte Zollitsch. Für die Zeit vor dem Verkauf setze die Kirche Veränderungen in ihrem Sinne innerhalb des Verlags durch. Am Ziel, den Verlag zu veräußern, halte die Kirche aber uneingeschränkt fest. Einen Verkauf in den kommenden zwei Jahren bezeichnete Zollitsch als realistisch. "Aber sicherlich nicht als Schnellschuss in den nächsten Monaten."

"Wir haben eine soziale Verantwortung"

Zollitsch betonte: "Die Geschäftsführung von Weltbild verbannt seit Wochen lückenlos dem katholischen Verständnis widersprechende Schriften." Dazu gehörten auch die innerhalb der Kirche auf Kritik gestoßenen Kirche bricht mit Weltbild . Ende November hatte die Kirche zudem einen neuen Aufsichtsratschef für den Verlag benannt.

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Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, denkt an die Verlagsmitarbeiter.

(Foto: dpa)

Ein Aus des Verlags und ein drastischer Abbau der Arbeitsplätze sollten verhindert werden. "Wir müssen das im Interesse der Mitarbeiter im Blick haben", sagte der Freiburger Erzbischof. "Wir haben eine soziale und menschliche Verantwortung." Nach Angaben von Zollitsch gab es bereits vor vier Jahren konkrete Verhandlungen mit Kaufinteressenten, diese seien jedoch ohne Ergebnis beendet worden. Ein Verkauf des Verlags werde Zeit in Anspruch geben, da es aufgrund seiner Größe nicht allzu viele mögliche Käufer gebe.

Es gebe weitere offene Fragen: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, das ein erheblicher Teil christlicher und katholischer Bücher auch über Weltbild vertrieben wird, teilweise in großen Zahlen", sagte Zollitsch. "Wir müssen die Frage beantworten, wie wir künftig ähnlich erfolgreich diese Literatur verbreiten können." Es müsse ein Vertriebsweg für die Zeit nach dem Verkauf des Weltbild-Verlags gefunden werden.

6400 Mitarbeiter im Weltbild-Verlag

Die Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Weltbild zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.

Der Augsburger Verlag war im Oktober in die Kritik geraten, weil er im Internetangebot auch Erotik- und Esoterik-Literatur hatte. Auch Papst Benedikt XVI. äußerte sich Anfang November indirekt zur Debatte. Er mahnte, dass es an der Zeit sei, die "Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken".

Quelle: n-tv.de, dpa

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