Wirtschaft

Verhaltener Jahresbeginn Kein Trump-Effekt für US-Wirtschaft

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Hier wird zwar gleich eine Brücke eingeweiht. Das hat mit Donald Trump aber nichts zu tun - wie die US-Wirtschaftsleistung bislang insgesamt.

(Foto: REUTERS)

Bei den "weicheren" Wirtschaftsindikatoren ist seit Wochen ein deutlicher Effekt durch den Wechsel im Weißen Haus zu erkennen. Doch bislang schlägt sich das nicht in der Realwirtschaft nieder. Kein Grund zur Sorge, sagen Ökonomen.

Die US-Wirtschaft hat mit Amtsantritt von Präsident Donald Trump überraschend deutlich an Fahrt verloren. Zwischen Januar und März stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 0,7 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington auf Basis vorläufiger Berechungen mitteilte. Dies ist das schwächste Wachstum seit drei Jahren. Experten hatten mit plus 1,2 Prozent gerechnet.

Ende 2016 hatte die vor China größte Volkswirtschaft der Welt noch um 2,1 Prozent zugelegt. Grund für die unerwartet mauen Daten ist der schwächste Konsum seit über sieben Jahren. Ökonomen sprachen allerdings von statistischen Verzerrungen und warnten, man dürfe die Zahlen nicht überbewerten.

Trump wurde am 20. Januar als 45. Präsident der USA vereidigt und ist mittlerweile fast 100 Tage im Amt. Der Republikaner hat angekündigt, den Jobmarkt anzukurbeln. Zudem will er mit einer radikalen Steuerreform die Wirtschaft entlasten.

Verbraucher geben weniger aus - Winter-Effekt?

Die US-Wirtschaft hängt traditionell von den Verbrauchern ab. Denn der Konsum macht mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftskraft aus. Die US-Bürger gaben Anfang 2017 allerdings nur 0,3 Prozent mehr aus als zuvor. Noch Ende 2016 hatte es ein Plus von 3,5 Prozent gegeben. Fachleute sehen allerdings auch den milden Winter als einen Grund für den geringen Konsum. Denn die Amerikaner mussten weniger Geld für das Heizen aufbringen.

Obwohl seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten das Geschäftsklima und die Verbraucherstimmung sprunghaft gestiegen sind, gibt es bei harten Daten bislang wenig Anzeichen für eine höhere Dynamik der Wirtschaft. Als Grund für die im historischen Vergleich schwache Konjunkturerholung nach der großen Krise sehen Ökonomen auch fundamentale Kräfte wie das schwache Produktivitätswachstum und die Alterung der Erwerbsbevölkerung.

"Das schwache US-Wachstum sollte nicht überinterpretiert werden", sagte Analyst Thomas Gitzel von der VP Bank aus Vaduz. In den kommenden Quartalen dürfte das Wachstum wieder anziehen. "Fakt ist, dass es aller Statistik zum Trotz für die USA gut läuft." Der Ökonom verwies auf die Lage am Arbeitsmarkt, auf dem quasi Vollbeschäftigung herrsche.

Der Internationale Währungsfonds traut den USA in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent zu, das sich 2018 auf 2,5 Prozent beschleunigten dürfte. Im vergangenen Jahr legte das BIP um 1,6 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ