Wirtschaft

Textil-Discounter lenkt ein Kik gibt sich zerknirscht

Unter den Augen der Öffentlichkeit versucht sich der Textil-Discounter Kik an einer Kehrtwende: Nach Berichten über fragwürdige und teils unmenschliche Arbeitsbedingungen schwört die Billig-Kette dem früheren Verhalten ab. Zusätzlich richtet Kik neue Arbeitsplätze ein: Einen für Nachhaltigkeit und einen für Kommunikation.

19877457.jpg

Jeder Kaufmann weiß: Bei solchen Preisen bleibt nicht viel Luft für Personal und Einkauf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einer Serie von Skandalen im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen hat der Textil-Discounter Kik Fehler eingeräumt und eine Kehrtwende angekündigt. In einer starken Wachstumsphase habe sich KiK auf sein Kerngeschäft konzentriert "und sicher Fehler gemacht", teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. "Dies bedauern wir außerordentlich."

Das Unternehmen zeigte sich reuevoll und beteuerte: "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt und werden zukünftig anders agieren." Das Unternehmen habe damit bereits begonnen, indem zwei neue Zuständigkeiten für Nachhaltigkeit sowie Kommunikation geschaffen worden seien. Das Unternehmen wolle sich in diesen Bereichen "völlig neu positionieren" und "einen konstruktiven Dialog mit der Öffentlichkeit führen".

Zu konkreten Maßnahmen bei der Belegschaft machte Kik keine Angaben. Das Unternehmen schaffe schon bisher "sichere Arbeitsplätze mit Perspektiven", hieß es in der Erklärung. Kik ist eine Tochter der Tengelmann-Gruppe und bietet in seinen Filialen Textilien zu Niedrigstpreisen an.

Mit Pauken und Trompeten

Kik war in den vergangenen Jahren mehrfach in die Kritik geraten. Unter anderem war dem Unternehmen vorgeworfen worden, in Deutschland systematisch Dumpinglöhne zu zahlen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil Kik nach Aussage eines ehemaligen leitenden Angestellten die Bonität seiner Mitarbeiter überprüfte und bei finanziellen Schwierigkeiten entließ.

Zuletzt hatte Kik vor dem Hamburger Landgericht einen Prozess gegen den NDR verloren. Der Sender hatte in einer Dokumentation vier Näherinnen in Bangladesch gezeigt, die für Kik unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Kik wollte die weitere Ausstrahlung der Dokumentation mit der Begründung untersagen lassen, die Näherinnen seien nicht für Kik tätig. Dies gelang zunächst.

Nach weiteren Recherchen, die eine Tätigkeit der Näherinnen für den Textil-Discounter belegten, entschied das Gericht aber zugunsten des Senders.

Quelle: n-tv.de, AFP