Wirtschaft

Kandidatenliste wird längerKöhler soll Ufo-Streit schlichten

09.09.2012, 12:37 Uhr
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"Nicht näher dran als andere Kandidaten": Ex-Bundespräsident Horst Köhler könnte zwischen Ufo und Lufthansa vermitteln. (Foto: picture alliance / dpa)

Nach der Einigung zwischen Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo auf ein Schlichterverfahren läuft die Suche nach einem geeigneten Kandidaten heiß. Offiziell halten sich beide Seiten bedeckt, doch aus Gewerkschaftskreisen ist der Name von Ex-Bundespräsident Köhler zu hören.

Im Konflikt zwischen der

Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo soll dem "Spiegel" zufolge

der Ex- Bundespräsident Horst Köhler als Schlichter im Gespräch sein. Das berichtet

das Blatt mit Bezug auf Ufo-Kreise. Der Ufo-Vorsitzende Nicoley

Baublies wollte dies nicht grundsätzlich dementieren. Köhler sei zurzeit aber nicht

näher dran am Amt des Schlichters als andere Kandidaten. Der ehemalige Bundespräsident

sei ein "ausgewogen denkender Mensch".

Die Gewerkschaft will sich in den kommenden

zwei Tagen zunächst intern beraten und dann mit der Lufthansa reden. Wenn es ideal

laufe, könne am Mittwoch ein Name genannt werden. Bis dahin halten sich beide Seiten bedeckt. In der Öffentlichkeit wurden

aber bereits Kandidaten ins Spiel gebracht, darunter der ehemalige SPD-Chef Franz

Müntefering, der Hamburger Ex-Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Verfassungsgerichtspräsident

Hans-Jürgen Papier.

Die Inhalte der Schlichtung

sind indes schon festgezurrt. Der Moderator soll lediglich bei den strittigen Gehalts-

und Gewinnbeteiligungsfragen einen gemeinsamen Nenner finden. Die Stewards und Stewardessen

wollen für 12 Monate 5 Prozent mehr Lohn, die Airline bietet lediglich 3,5 Prozent

für 36 Monate. Außerdem will Lufthansa ihren rund 18.000 Flugbegleitern künftig

seltener Gehaltserhöhungen anbieten. Auch die Beteiligung am Gewinn soll weniger

hoch als gewünscht ausfallen. In der zentralen Frage des Einsatzes von Leiharbeitern war die Lufthansa bereits auf Ufo zugegangen und will künftig auf deren Einsatz verzichten.

Parallel zu der zwischen

Lufthansa und Ufo vereinbarten Schlichtung könnte es dem

"Spiegel" zufolge zusätzlich zu einer Art Mediationsverfahren kommen.

Hierzu sagte Baublies, in der Schlichtungsvorvereinbarung gebe es einen Passus,

wonach in dem Konflikt auch Fragen gelöst werden müssten, die nicht der Schlichtung

unterworfen seien. Dazu zählten strittige Punkte bei der für das kommende Jahr erwarteten

internen Billigtochter mit dem Arbeitstitel "Direct4U". Der Begriff Mediation

stehe in der Vereinbarung aber nicht explizit drin.

Quelle: ntv.de, dpa/DJ