Wirtschaft

Insider-Bericht treibt Aktienkurse Linde und Praxair verhandeln Fusion

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Linde und Praxair sind beide etwa 30 Milliarden Dollar wert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Verhandelt der deutsche Gasekonzern derzeit mit seinem US-Konkurrenten Praxair eine Fusion? Einem Insiderbericht gibt es entsprechende Gespräche. Wie die Wettbewerbsbehörden zu der 60-Milliarden-Fusion stehen, ist allerdings noch völlig unklar.

Der Gasekonzern Linde verhandelt Informanten zufolge mit dem US-Wettbewerber Praxair über einen Zusammenschluss. Einzelheiten zu den Gesprächen seien nicht bekannt geworden, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Die Verhandlungen könnten auch noch scheitern. Selbst wenn es zu einer Vereinbarung kommen würde, gebe es keine Garantie, dass die Wettbewerbsbehörden die Fusion dann erlauben.

Beide Unternehmen seien derzeit am Finanzmarkt jeweils rund 30 Milliarden Dollar wert. Ein Zusammenschluss aus Linde und Praxair wäre in diesem Jahr dann mit einem Wert von rund 60 Milliarden Dollar eine der größten Transaktionen. Der Münchner Gase-Spezialist ist im Dax notiert und beschäftigt weltweit rund 64.500 Menschen, Praxair nach eigenen Angaben rund 26.000. Ein Linde-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Fusion unter Gleichen angestrebt

Positiv für Linde werten Händler Berichte über eine mögliche Fusion mit Praxair. "Die Reaktion dürfte positiv, aber nicht euphorisch ausfallen, da es sich nicht um eine Übernahme, sondern ein Merger of Equals (Fusion unter Gleichen) handeln dürfte", sagt ein Händler. Die laufende Konsolidierung im Gasbereich sei nach der Übernahme von Airgas durch Air Liquide offensichtlich und übe Druck auf die anderen Spieler aus.

Da Linde und Praxair beide mit grob 30 Milliarden Dollar bewertet seien, scheide eine Übernahme aber aus. Zudem habe Praxair dafür nicht genügend Mittel. "Die Kursfantasie für Linde dürfte sich daher auf mögliche Synergien und neue Marktzugänge und das künftige Tauschverhältnis beider Aktien beschränken", so ein anderer Händler.

Genau hier sieht ein Analyst aber große Probleme: "Die Auflagen der Wettbewerbsbehörden könnten mögliche Vorteile aus Synergien aber wieder komplett auffressen". Das Hauptproblem von Linde und Praxair sei, dass es große Überschneidungen in ihrem US-Geschäft gebe: "Die US-Kartellbehörde dürfte hier sehr genau hinsehen und hohe Forderungen wie etwa die Abspaltung diverser Unternehmensteile stellen." Der Nutzen einer Fusion sei daher nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Quelle: ntv.de, bdk/DJ/dpa

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