Wirtschaft

Suche nach neuen Investoren Locomore ist pleite

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Das war's mit Locomore. Das Unternehmen ist pleite.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eigentlich wollte Locomore in puncto Fernverkehr ein ernst zu nehmender Konkurrent für die Deutsche Bahn werden. Doch daraus wird nichts: Bereits wenige Monate nachdem das Unternehmen die ersten Tickets verkauft hat, ist es auch schon wieder pleite.

Der private Fernzug-Betreiber Locomore hat Insolvenz angemeldet. "Sowohl die Anzahl der Fahrgäste als auch die Einnahmen pro Fahrgast sind zwar kontinuierlich angestiegen, aber nicht schnell genug, um vollständig kostendeckend zu arbeiten. Unsere finanziellen Reserven sind nunmehr aufgebraucht", teilte das Unternehmen mit. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Berliner Anwalt Rolf Rattunde. Man hoffe, mit ihm Perspektiven zur Fortführung des Zugverkehrs entwickeln zu können, hieß es weiter. Derzeit liefen bereits erste Investoren-Gespräche.

Locomore hatte erst im Dezember seine Verbindung zwischen Berlin und Stuttgart in Betrieb genommen. Die Strecke führte auch über die Großstädte Frankfurt, Heidelberg und Hannover. Doch die Fahrgastzahl blieb unter den Erwartungen, und es gab technische Probleme in den Zügen. Die Betreiber hatten per Crowdfunding mehr als 600.000 Euro als Startkapital im Internet gesammelt.

Kampfpreise halfen nicht

Im November 2016 war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn mit dem privaten Anbieter einen Konkurrenten im Langstrecken-Personenverkehr bekommt. Das Unternehmen warb vor allem mit Kampfpreisen. Diese sollten "immer unterhalb des Bahncard-50-ICE-Flexpreises der Deutschen Bahn" liegen.

Im Fernverkehr, der anders als der Regionalverkehr von den Anbietern eigenwirtschaftlich ohne Zuschüsse betrieben werden muss, gilt die Deutsche Bahn unangefochten als die Nummer eins. Alternative Anbieter beschränken sich – wie Locomore auch – auf einzelne Strecken und fahren häufig nicht jeden Tag. So ist der Hamburg-Köln-Express (HKX), zu dessen Gründungsmitgliedern auch Locomore gehörte, nur zwischen Freitag und Montag unterwegs. Der Interconnex zwischen Leipzig und Rostock musste seinen Betrieb im Dezember 2014 ebenfalls aus Kostengründen einstellen.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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