Wirtschaft

Milliarden-Order geplant Maersk will Ozean-Giganten in Flottenstärke

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Die "Edith Maersk" passiert den Suez-Kanal.

(Foto: REUTERS)

Erst vor wenigen Tagen hat die "CSCL Globe" in Hamburg angelegt. Der weltgrößte Frachter kann 19.100 Standardcontainer transportieren. Doch die dänische Reederei Maersk will das noch toppen - gleich mit mehreren Schiffen.

Die gemessen an der Kapazität weltweit größte Containerreederei - die Maersk Line - setzt auf eine wachsende Nachfrage nach Seefracht. Decken will das dänische Unternehmen diese auch mit sogenannten Megaschiffen. Maersk führe Gespräche mit einer asiatischen Werft über den Kauf von bis zu zehn dieser größten und ökonomischsten Frachter, sagten Insider. Der Auftrag hätte einen Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium.

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Die Frachter hätten eine Kapazität von rund 20.000 Containern, sagte ein Sachkenner. Die Order könnte noch im ersten Quartal unterzeichnet werden. Ein Sprecher von Maersk Line, einer Tochter des Mischkonzerns A.P. Møller-Mærsk A/S, wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Größe spart Kosten

In den vergangenen zehn Jahren litt die Containerschifffahrt unter Überkapazitäten und entsprechend fallenden Frachtraten. Viele Betreiber sprachen von "unhaltbaren" Zuständen. Dutzende kleiner Anbieter unterboten sich auf Strecken von Asien nach Europa sowie über Atlantik und Pazifik gegenseitig. Sie hofften, so bis zu einer Erholung des Marktes im Geschäft zu bleiben.

Ungeachtet des großen Angebots hatte Maersk-Line-Chef Soren Skou im "Wall Street Journal" im November angekündigt, dass die Reederei im ersten Halbjahr 2015 wahrscheinlich neue Aufträge vor allem für große Frachter erteilen wolle. Der Manager geht davon aus, dass die Nachfrage nach Seefracht in den nächsten Jahren um vier bis fünf Prozent steigen wird. Mit Megaschiffen wie der Triple-E-Klasse, die mehr als 18.000 Container fassen, würde das Unternehmen auf der Strecke Asien-Europa im Vergleich mit kleineren Frachtern rund 25 Prozent Kosten einsparen, vorausgesetzt die Schiffe seien voll beladen.

Schiffspreise ziehen wohl an

Maersk Line hatte 20 solcher Schiffe 2011 bestellt, zum Preis von jeweils rund 185 Millionen Dollar. Seinerzeit bezweifelten Wettbewerber, dass die Gesellschaft solche Riesenschiffe voll bekommt. Inzwischen wollen aber auch sie solche Megaliner besitzen, um mit den Großen am Markt noch mithalten zu können.

Jonathan Roach, Analyst für Containerreederei bei der Braemar ACM Shipbroking, geht davon aus, dass die neuen Schiffe auf der Route Asien-Europa eingesetzt werden, der am stärksten befahrenen Frachterroute. Sie würden gut in die im vergangenen Jahr vereinbarte 2M-Allianz von Maersk Line und der schweizerischen Mediterranean Shipping Co passen. Die Schweizer sind die Nummer zwei in der Containerreederei. Die beiden Unternehmen bewegen zusammen 35 Prozent der Fracht zwischen Asien und Europa und kontrollieren 15 und 37 Prozent auf trans-pazifischen bzw trans-atlantischen Routen.

"Da die Schiffpreise später im Jahr wahrscheinlich steigen werden, ist es klug, die Aufträge frühzeitig zu erteilen", sagte Roach. Er geht davon aus, dass die Containerkapazität in diesem Jahr weltweit um acht Prozent zunehmen wird. Die Auslieferung von Frachtschiffen, die mindestens 10.000 Container fassen, werde um 25 Prozent zulegen.

"Jeder will größere Frachter, und für jene, die sich das nicht leisten können, wird es schwierig mitzuhalten", sagte der Analyst.

Drei Player bündelten vor diesem Hintergrund bereits im September ihre Kräfte. Die französische CMA CGM SA hat mit der China Shipping Container Lines Co und der United Arab Shipping Co die Allianz "Ocean Three" gegründet. In ihrer Flotte sind elf Triple-E-Schiffe. Die Allianz wird einen Anteil von 20 Prozent am Frachtverkehr zwischen Asien und Europa halten. Auf den trans-pazifischen bzw trans-atlantischen Routen kommt sie auf 13 und 7 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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