Wirtschaft
Montag, 11. März 2013

Himmelfahrtskommando: Mehdorn startet BER-Abenteuer

Mit neuem Chef beginnt ein weiterer Startversuch für den Hauptstadtflughafen BER. Hartmut Mehdorn tritt heute zu seinem ersten Arbeitstag an. Einfach wird es für den ehemaligen Chef der Deutschen Bahn und von Air Berlin nicht.

Hartmut Mehdorn steht vor seiner vielleicht schwierigsten Herausforderung.
Hartmut Mehdorn steht vor seiner vielleicht schwierigsten Herausforderung.(Foto: dapd)

Für Hartmut Mehdorn wird es ernst: Der Manager tritt heute seine Stelle als neuer Chef des Berlin-Brandenburger Pannen-Flughafens BER an. Der 70-Jährige soll Druck machen, damit der Airport endlich in Betrieb gehen kann. Vor Herbst 2014 wird es aber nichts werden, soviel steht fest.

Gleichzeitig erscheint der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck vor dem Sonderausschuss des Potsdamer Landtags. Der SPD-Politiker muss dort erklären, warum die Verpflichtung von Wilhelm Bender als Chefberater des Flughafens geplatzt ist. Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens hatte in der "B.Z." gesagt, für ihn seien die Querelen zwischen Berlin und Brandenburg ein Grund für seine Absage gewesen. "Wenn sich die Partner untereinander nicht einig sind, dann wird es schwierig die Krise zu bewältigen."

Der Flughafen-Aufsichtsrat hatte am Freitag überraschend den früheren Bahn- und Air-Berlin-Chef zum Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Mehdorns Vorgänger Rainer Schwarz musste im Januar gehen, nachdem die Flughafeneröffnung zum vierten Mal abgesagt wurde.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erwartet nun eine zügige Fertigstellung des Airports. Mehdorn habe einen Drei-Jahres-Vertrag mit dem klaren Auftrag, den Flughafen fertigzustellen, sagte der SPD-Politiker im RBB-Inforadio.

Bis zu 40.000 Mängel

Berlin und Brandenburg sowie der Bund sind die Bauherren des Flughafens, dessen kalkulierte Kosten seit 2006 von 2,0 Milliarden auf 4,3 Milliarden Euro im vergangenen Herbst stiegen. Eine neue Schätzung gibt es nicht.

Nach Informationen des "Focus" ist die Zahl der Mängel auf der Baustelle möglicherweise doppelt so hoch wie bislang angenommen. Von bis zu 40.000 Mängeln berichtet das Blatt und beruft sich dabei auf einen Fortschrittsbericht.

Flughafensprecher Ralph Kunkel sagte, ihm sei diese Zahl nicht bekannt. Solche Zahlen seien auch irreführend. "Das entscheidende Problem ist und bleibt die Brandschutzanlage." In dem Bericht sind allerdings auch kleinste Mängel wie ein Sprung in einer Fliese aufgelistet.

Streit wird es wohl weiter über ein Nachtflugverbot geben. Wowereit bekräftige die Berliner Position, die Nachtruhe nicht so auszuweiten, wie es die rot-rote Regierung in Brandenburg jetzt wolle. Das sei früher gemeinsame Position aller drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund gewesen. "Und die brandenburgischen Behörden haben das bewilligt", sagte Wowereit.

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Quelle: n-tv.de