Wirtschaft
In Asien wuchs die Zahl der Millionäre um fast zehn Prozent.
In Asien wuchs die Zahl der Millionäre um fast zehn Prozent.(Foto: dpa)
Donnerstag, 23. Juni 2016

Zahl der reichen Deutschen wächst: Millionen-Vermögen wandern nach Asien

Erstmals leben in Asien mehr Dollar-Millionäre als in Nordamerika, der traditionellen Heimat der Reichen. Und auch in Deutschland dürfen sich deutlich mehr Menschen zum Club der Millionäre zählen - Betongold sei Dank.

Die meisten Dollar-Millionäre leben einer Studie zufolge inzwischen in Asien. 5,1 Millionen Reiche mit einem Gesamtvermögen von 17,4 Billionen Dollar gab es im vergangenen Jahr in der Region Asien-Pazifik, wie aus dem "World Wealth Report 2016" des Beratungsunternehmens Capgemini hervorgeht. Die Zahl der Reichen wuchs um 9,4 Prozent, das Vermögen um 9,9 Prozent. Vor allem in Japan und China gab es deutlich mehr Menschen, die ein anlagefähige Vermögen von mehr als einer Million Dollar besaßen, als im Jahr zuvor. 

Weltweit haben Dollar-Millionäre so viel Geld auf dem Konto wie nie zuvor. Capgemini zufolge hat sich das anlagefähige Vermögen der Reichen und Superreichen seit 1996 vervierfacht auf 58,7 Billionen Dollar im vergangenen Jahr. "Setzt sich die Entwicklung so fort, werden es 100 Billionen Dollar bis 2025 sein", sagt Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

1,2 Millionen Millionäre in Deutschland

In Europa stieg die Zahl der Millionäre um 4,8 Prozent auf 4,2 Millionen. Deutschland verzeichnete ein überdurchschnittliches Plus von 5,1 Prozent auf 1,2 Millionen Vermögende. "Mit einer der größten Treiber war der deutliche Anstieg der Immobilienpreise", sagt Meyer. Etwa 22,2 Prozent des Geldes der Reichen, die ein Vermögen von mehr als einer Millionen Dollar besitzen, stecken danach in Deutschland in Immobilien. Weltweit sind es im Schnitt 17,9 Prozent.

Getrieben wird der Boom am Immobilienmarkt vor allem in beliebten Ballungsräumen nicht nur vom Zuzug, sondern auch vom Anlagenotstand. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum die Zinsen praktisch abgeschafft. Sparbuch, Tagesgeld, aber auch als sicher geltende Papiere wie Bundesanleihen werfen so gut wie nichts mehr ab.

Nordamerika rutschte den Angaben zufolge im weltweiten Vergleich auf Rang zwei ab. Dort besaßen 4,8 Millionen Reiche (plus zwei Prozent) 16,6 Billionen Dollar. Weltweit stieg das Vermögen der Millionäre um 4 Prozent auf 58,7 Billionen Dollar. Bis 2025 könnten es 100 Billionen Dollar sein, sagte Meyer. Nicht berücksichtigt wurden selbst genutzte Immobilien, Sammlungen wertvoller Objekte und Verbrauchsgegenstände.

Quelle: n-tv.de