Wirtschaft

Kreditkarten "bedingt einsetzbar" Ministerin kritisiert Banken

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner legt sich mit der deutschen Kreditwirtschaft an. Die CSU-Politikerin hält den elektronischen Zahlungsverkehr nach wie vor für unzuverlässig - besonders bei Abhebungen im Ausland.

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Verantwortlich für den Verbraucherschutz: Ilse Aigner.

(Foto: REUTERS)

Die Probleme bei EC- und Kreditkarten sind nach den Worten von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner noch lange nicht gelöst. In einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag" schrieb Aigner: "Nur auf den ersten Blick ist es für Millionen von Verbrauchern in Deutschland eine gute Nachricht: Sie können mit ihren EC-Karten im Inland wieder einkaufen und an Automaten Geld abheben. Doch damit ist das Grundproblem nicht behoben: Kreditkarten bleiben weiterhin nur bedingt einsetzbar."

Die Ministerin verwies zudem auf die Probleme im Ausland: "Wer im Ausland Geld abheben oder einkaufen will, muss sich auch bei den EC-Karten nach wie vor auf Probleme einstellen und sollte sich vor Abreise bei seiner Bank erkundigen. Wann die Misere endgültig gelöst ist, bleibt unklar. Die Kreditinstitute müssen so schnell wie möglich Abhilfe schaffen und die Verbraucher fortlaufend informieren."

Unverständnis äußerte Aigner darüber, dass es zu den Problemen überhaupt gekommen ist: "Spätestens seit der Jahrtausendwende kennen Software-Experten das Datumsproblem mit der Null. Deshalb ist es ein Rätsel, warum der Systemfehler bei den Chipkontrollen nicht aufgefallen ist."

Zugleich forderte die CSU-Politikerin die Kreditinstitute auf, Wort zu halten und ihren Kunden die Kosten für Bargeld-Abhebungen am Bankschalter zu erstatten. "Jetzt müssen Kartenhersteller und Banken aktiv werden, damit der elektronische Zahlungsverkehr sicher und reibungslos läuft", schrieb Aigner.

"Wenn Kunden jetzt gezwungen sind, am Bankschalter Bargeld abzuholen, müssen ihnen die Kosten dafür erstattet werden. Den Ankündigungen der Bankenverbände müssen Taten folgen!"

Quelle: ntv.de, dpa/rts