Wirtschaft

Putins Cousin hat ein Problem Moskauer Master-Bank muss schließen

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Keine Lust auf Fotos: Die russische Zentralbank entzieht der Master-Bank die Lizenz.

(Foto: REUTERS)

Ein Vetter des russischen Präsidenten steckt wohl in nennenswerten Schwierigkeiten. Die Zentralbank schließt das Geldhaus, in dessen Aufsichtsrat Igor Putin sitzt. Die Begründung: Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus.

Die russische Zentralbank hat der Moskauer Master-Bank die Lizenz entzogen. Das Institut habe wiederholt gegen Geldwäsche-Gesetze verstoßen und Terrorismus finanziert, hieß es zur Begründung. Außerdem hätten Manager der Bank hätten eine Summe von umgerechnet 444 Millionen Euro veruntreut. Die Bank musste damit umgehend schließen.

Im Verwaltungsrat der Master-Bank sitzt seit 2010 Igor Putin, ein Cousin von Präsident Wladimir Putin. Er war zeitweise auch stellvertretender Vorsitzender des Gremiums.

Das Finanzinstitut habe "den wahren Zustand seiner Geschäfte verborgen und seine Bücher in großem Umfang gefälscht", sagte Zentralbank-Chefin Elvira Nabjullina in einer Parlamentsanhörung. Die Master-Bank sei schon oft wegen verdächtiger Geschäfte aufgefallen.

Alle Geldgeschäfte seien gestoppt und die Kreditkarten gesperrt worden, hieß es. Die 1992 gegründete Master-Bank, die zu den 100 größten Geldhäusern Russlands gehört, sei unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Sie betreibt eines der größten Geldautomaten-Netze in Moskau.

Kunden wollen Konten räumen

Vor den geschlossenen Filialen der Master-Bank bildeten sich Schlangen besorgter Kunden. Der für die Sicherheit der Spareinlagen zuständige Bankenverband teilte mit, die Kunden erhielten Einlagen bis zu 700.000 Rubel (15.800 Euro) zurück. Die Forderungen der Kunden belaufen sich den Angaben zufolge auf rund 30 Milliarden Rubel (etwa 676,6 Millionen Euro). Das Eigenkapital der Bank beträgt 9,1 Milliarden Rubel.

Die Bank ist das siebzehnte Geldhaus, dem seit dem Amtsantritt Nabjullinas im Sommer dieses Jahres die Lizenz entzogen wurde. Im Gesamtjahr wurden damit bereits 23 Banken geschlossen.

Hintergrund ist, dass die Zentralbank den Kapitalabfluss aus Russland eindämmen will. Dieser hat nach Angaben von Nabjullinas Vorgänger Sergej Ignatiew im vergangenen Jahr bei umgerechnet knapp 40 Milliarden Euro gelegen. Davon seien 28 Milliarden auf kriminelle Aktivitäten entfallen, so der ehemalige Zentralbankchef.

Quelle: n-tv.de, jga/dpa/AFP

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