Wirtschaft

"Ausgezeichneter Partner" München wird Standort der nächsten IAA

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Die bayerische Metropole wird künftig die IAA ausrichten.

(Foto: imago images/blickwinkel)

Die generalüberholte IAA geht nach Bayern. Der Branchenverband verständigte sich auf die bayerische Landeshauptstadt. Berlin und Hamburg haben damit das Nachsehen.

In der bayerischen Landeshauptstadt München wird die nächste Internationale Automobilausstellung (IAA) ausgerichtet. Der Vorstand des Automobilverbands (VDA) habe die Entscheidung getroffen, Verhandlungen mit der bayerischen Landeshauptstadt fortzuführen, um in den nächsten Wochen zu einem Vertragsabschluss für die IAA ab 2021 zu kommen. Damit gehen Berlin und Hamburg leer aus, die ebenfalls in der Endauswahl waren.

"Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke", teilte VDA-Chefin Hildegard Müller mit. München habe auch damit überzeugt, "die Innenstadt und citynahe, hochattraktive Plätze als Event Locations zur Bühne der IAA zu machen", hieß es vom VDA. Als Technologie- und starker Industriestandort und Sitz zahlreicher Hightech-Konzerne, Startups und Forschungseinrichtungen sowie innovativer Unternehmen der Automobilindustrie ist München ein ausgezeichneter Partner zur Neuausrichtung der IAA."

Berlin bei Experten Favorit - Senat uneins

Bei Sachkennern außerhalb der entscheidenden Gremien galt in den Wochen zuvor Berlin als Favorit. Messechef Christian Göke wollte die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zu einem zentralen Schauplatz der IAA machen.

Hamburg wiederum warb damit, neue Wege in der Mobilität aufzuzeigen. Für den Standort sprachen demnach kurze Wege zwischen den Messehallen und dem Heiligengeistfeld, wo das Außenprogramm geplant war, unmittelbare Anbindung an die Innenstadt und eine Vielzahl innovativer Verkehrsprojekte.

In Berlin gab es allerdings Zweifel, dass alle Beteiligten von der Idee überzeugt seien, die IAA künftig in der Bundeshauptstadt zu veranstalten. Vor allem die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte Kritik des Koalitionspartners auf sich gezogen, nicht zu 100 Prozent hinter den Messeplänen zu stehen. Pop war der Präsentation der Bewerbung vor dem VDA in Berlin ferngeblieben.

BMW versteckt sein Logo

Zuletzt war kolportiert worden, dass sich der Chef von Europas größtem Autobauer Volkswagen, Herbert Diess, gegen München gestellt hatte. Er wolle seine Autos ungern unter dem BMW-Hochhaus, am Sitz seines früheren Arbeitgebers und heutigen Konkurrenten präsentieren, hatte es in Branchenkreisen geheißen. Nicht zuletzt deshalb hatte BMW angekündigt, sein Firmenlogo am Vierzylinderhochhaus direkt am Olympiapark während der IAA durch das IAA-Logo ersetzen zu wollen.

Eigentlich wollten sich die Chefs der Autokonzerne und großen Zulieferer auf dem Genfer Autosalon zusammensetzen und entscheiden - die Genfer Messe ist klein, die Wege sind kurz, das ist ihr großer Vorteil. Aber das Coronavirus machte allen einen Strich durch die Rechnung, die Messe wurde abgesagt.

Der Lobbyverband hatte wegen sinkender Aussteller- und Besucherzahlen vor der letzten IAA im vergangenen Herbst angekündigt, das bisherige Messekonzept und auch den Standort grundlegend zu überdenken. Den letzten Anstoß gaben Massenproteste von Klimaschützern und Autogegnern am Rande der Autoschau in Frankfurt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa

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