Wirtschaft

Bargeld geht aus Mugabe gibt Schuldscheine aus

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Mugabe bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in Harere am 18. April.

(Foto: REUTERS)

Hunger, Korruption, eine verfehlte Wirtschaftspolitik - in Simbabwe regiert seit Jahren das Chaos. Die eigene Währung wurde bereits abgeschafft, nun gehen auch die US-Dollar aus. Die Regierung Mugabe greift zu drastischen Mitteln.

Wegen eines akuten Mangels an US-Dollar-Banknoten hat Simbabwe Schuldscheine als Parallelwährung eingeführt. Außerdem gilt eine Obergrenze für Abhebungen von Konten von 1000 Dollar pro Tag. Mit diesen Maßnahmen will die Zentralbank die wirtschaftlich verheerende Bargeld-Knappheit überwinden.

Eine verfehlte Wirtschaftspolitik hat in dem Land im Süden Afrikas in den vergangenen Jahren zu einer galoppierenden Hyperinflation geführt. Die Regierung von Langzeitpräsident Robert Mugabe musste deshalb bereits 2009 die Landeswährung aufgeben und den US-Dollar einführen. Der komplette wirtschaftliche Kollaps konnte abgewendet werden. Die simbabwische Zentralbank kann allerdings keine US-Dollar selber drucken. Wegen einer anhaltenden Dürre sind in Simbabwe zuletzt die Exporteinnahmen zurückgegangen, was zu einer weiteren Verknappung von Bargeld im Umlauf geführt hat.

Zentralbankgouverneur John Mangudya erklärte nun, es würden innerhalb der nächsten zwei Monate Schuldscheine im Wert von 2, 5, 10 und 20 US-Dollar eingeführt. Zuvor hatte Simbabwe bereits eigene Münzen eingeführt, da es im Land keine US-Münzen gibt. Regierung und Zentralbank halten daran fest, dass Simbabwe noch nicht reif sei, wieder eine eigene Währung einzuführen.

"Mugabe muss weg"

Simbabwe macht seit der Jahrtausendwende einen beispiellosen wirtschaftlichen Niedergang durch. Die einst blühende Landwirtschaft liegt brach, es gibt Hungerperioden. Rund drei Millionen Simbabwer sind nach Angaben der Regierung wegen einer lange andauernden Dürre von Hunger bedroht. Mugabe gilt als korrupter Kleptokrat.

Erst im April hatten Tausende Demonstranten eine Erklärung für das Fehlen von 15 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) Steuereinnahmen aus Diamantengeschäften gefordert. Mugabe müsse erklären, wo das Geld geblieben ist, erklärte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai. "Mugabe muss weg", hieß es auf den Transparenten vieler Demonstranten in der Hauptstadt Harare. Die Wirtschaft müsse angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Präsident steht seit der Unabhängigkeit 1980 an der Spitze des Landes. Trotz seines vorgerückten Alters von 92 Jahren hält er gelegentlich längere öffentliche Reden. Seinen Geburtstag Ende Februar feierte er mit 50.000 geladenen Gästen in einer Ruinenstadt. Die Kosten beliefen sich laut staatlichen Medien auf 700.000 Euro. Es wird damit gerechnet, dass Mugabe im Jahr 2018 eine Wiederwahl anstrebt.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa