Wirtschaft

Importiert Europa die Inflation? Notenbanker sieht Probleme

2w882952.jpg-preview2[1].jpg

Hochrangiger Ausblick: Lebensmittel dürften auf Dauer teuer bleiben.

Lorenzo Bini Smaghi zählt als Mitglied des EZB-Direktoriums zum engeren Kreis der Euro-Währungshüter um Jean-Claude Trichet. In einer Rede in Hongkong warnt er vor den Folgen anhaltend teurer Lebensmittel.

smaghi.jpg

Geboren in Florenz: Lorenzo Bini Smaghi.

(Foto: EZB / www.ecb.int)

Der Euro-Notenbanker Lorenzo Bini Smaghi warnt vor den Auswirkungen einer anhaltenden Teuerung und hohen Lebensmittelpreisen. Es sei eine Sorge der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die Preissteigerung höher ausfalle als erwartet, sagte der Notenbanker in seiner Rede im Rahmen einer Veranstaltung in Hongkong. Es sei davon auszugehen, so Bini Smaghi, dass Nahrungsmittel auf Dauer teuer blieben. Die Industriestaaten stünden damit vor dem Problem einer importierten Inflation.

In der Eurozone hätten sich Wachstum und die Lage am Arbeitsmarkt allerdings besser entwickelt als erwartet. Dennoch sei die lockere Geldpolitik der EZB nach wie vor angemessen, erklärte Bini Smaghi, der unter anderem mit EZB-Chef Jean-Claude Trichet und dem scheidenden Bundesbankpräsidenten im EZB-Rat sitzt, der über das Zinsniveau in der Eurozone entscheidet.

Vor dem Wochenende hatte der Notenbanker in einem Interview laut über eine künftige Zinserhöhung nachgedacht und erklärt, wenn sich die Wirtschaft allmählich erhole und der Inflationsdruck steige, sei eine graduelle Korrektur der Geldpolitik denkbar. In seiner Rede in Hongkong dämpfte er nach Einschätzung von Beobachtern diese Aussage, um die Erwartungen am Markt zu dämpfen.

Mit Blick auf die Gesprächs forderte Bini Smaghi Euro-Staaten mit geringem Wachstum auf, Reformen umzusetzen und damit ihre Wirtschaft zu fördern. Dabei nannte er konkret sein Heimatland Italien. Eine gemeinsame Wirtschaftspolitik sei nicht gut für das Währungsgebiet, sagte Bini Smaghi über die vor allem von Deutschland und Frankreich angestrebte Harmonisierung in der EU. Dezentrale Entscheidungen seien nicht zwangsläufig schlecht.

Quelle: ntv.de, rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen