Wirtschaft

US-Markt bleibt Gewinnmotor Opel-Sparkurs schiebt GM an

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Opel Monza Concept: Mehr fürs Prestige als für Zahlen, sollte er denn wirklich kommen.

(Foto: REUTERS)

Konzernumsatz rauf, Verluste in Europa runter: Das reicht für General Motors, um die Anleger an der Wall Street zu erfreuen. Zwar fällt der Nettogewinn deutlich, er schlägt aber dennoch die Erwartungen. Zudem winkt GM die Krone als größter Autokonzern der Welt.

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General Motors (GM) 35,60

Der weiter scharf gefahrene Sparkurs bringt die Opel-Mutter General Motors in Europa langsam wieder in die Spur. Gleichzeitig profitiert der weltweit zweitgrößte Auto-Hersteller nach Toyota und vor VW von Preiserhöhungen auf dem US-Heimatmarkt. Am Ende kann GM nach eigenen Angaben mit einem Umsatz- und Ergebniswachstum aufwarten.

Der Konzernerlös kletterte danach im abgelaufenen Quartal gegenübver dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um insgesamt 3,7 Prozent auf knapp 39 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn des Konzerns erhöhte sich um knapp 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben 698 Millionen Dollar, weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns. Dabei fielen hohe Sonderkosten an, unter anderem 800 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einem Aktienrückkauf von einem Gewerkschafts-Pensionsfonds. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei 0,96 Dollar, etwas höher als von Analysten erwartet.

Umsatzplus in Europa

Einen Teilerfolg konnte GM dabei im kriselnden Europa-Geschäft feiern. Dort sank der Verlust überraschend kräftig um mehr als die Hälfte auf 214 Millionen Dollar, wie GM bekanntgab. Zudem fuhr das Unternehmen aus der Auto-Metropole Detroit in Europa erstmals seit zwei Jahren wieder ein Umsatzplus ein. Die Verluste in dem seit Jahren kriselnden Geschäft sind eine große Sorge der GM-Aktionäre. Entsprechend positiv fielen die Reaktionen an der Börse aus: GM-Aktien verteuerten sich um knapp 3 Prozent.

Seit 13 Jahren hat der Konzern in Europa durchgehend rote Zahlen geschrieben. Nun hat GM die Kosten aber um 400 Millionen Dollar gesenkt und damit den Verlust stärker eingrenzen können, als dies Analysten erwartet hatten. Die Amerikaner wollen unter anderem das Opel-Werk in Bochum Ende 2014 schließen. Dadurch fallen mehr als 3000 Stellen weg. GM-Finanzchef Dan Ammann sagte, der Konzern sei auf Kurs, bis Mitte des Jahrzehnts die Gewinnschwelle in Europa zu erreichen.

Der europäische Automarkt war im September nach einer langen Flaute endlich wieder auf Touren gekommen. Die Neuzulassungen legten um 5,5 Prozent zu. Das reichte allerdings nicht aus, um die Schwäche der vorangegangenen Monate wettzumachen.

Auch der kleinere US-Rivale Ford hatte diese Woche einen halbierten Quartalsverlust in Europa gemeldet, wo der Markt zuletzt so schlecht wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr lief, sich aber allmählich stabilisiert. Für das Gesamtjahr hatte sich das Management etwas optimistischer geäußert. Auch Ford hat auf die Flaute in Übersee mit einem Sparkurs reagiert. Drei Werke in Belgien und Großbritannien werden dichtgemacht. Bis Mitte des Jahrzehnts will der Konzern in Europa wieder schwarze Zahlen schreiben.

Höhere Preise in den USA

GM machte auch auf dem brummenden Markt in Nordamerika Fortschritte. Hier stieg der operative Gewinn unerwartet stark um 27 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar, auch weil das Unternehmen höhere Preise durchsetzen konnte. Finanzchef Ammann ergänzte, in China laufe es ebenfalls rund. In anderen asiatischen Ländern verschärfe sich dagegen der Preiskampf.

GM liegt mit weltweit ausgelieferten 7,3 Millionen Fahrzeigen in den ersten neun Monaten 2013 nur leicht hinter dem Branchenprimus Toyota, der 7,4 Millionen Autos in dem Zeitraum absetzte. Volkswagen belegt nach den jüngsten Zahlen mit 7,0 Millionen Platz drei. VW will bis 2018 größter Autohersteller der Welt werden.

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ