Wirtschaft

Auch in Eisenach Opel setzt auf Kurzarbeit

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Die Absatzkrise bei Opel trifft auch das Werk in Eisenach.

(Foto: dapd)

Nach den Opel-Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern muss sich auch das Werk in Eisenach auf Kurzarbeit einstellen. In Eisenach beschäftigt Opel 1800 Mitarbeiter, dort wird das Model Corsa gebaut.

Der Autobauer Opel will auch in seinem Werk in Eisenach kurzarbeiten. Noch seien nicht alle Details abschließend verhandelt, es könnten im September aber bis zu zehn Schichten ausfallen, sagte ein Unternehmenssprecher. Ob es auch in den darauffolgenden Monaten solche Maßnahmen gebe, sei noch unklar.

Momentan wird in dem Werk in Thüringen nur der Kleinwagen Corsa von den rund 1.600 Beschäftigten montiert. Bald jedoch kommt der neue Lifestyle-Kleinwagen Adam hinzu, die Vorbereitungen für die Serienproduktion laufen.

Mit der Kurzarbeit soll die Zeit bis dahin überbrückt werden, da der Corsa sich momentan nur schleppend verkauft. Insbesondere auf den für den Dreitürer wichtigen Märkten Frankreich, Spanien und Griechenland ist die Nachfrage nach dem Kleinwagen zuletzt gesunken, wie der Sprecher erklärte.

Schlechte Nachrichten zum Geburtstag

Am Vortag, dem 150. Geburtstag des Unternehmens, hatte Opel mit Verweis auf die Nachfrageflaute im von der Schuldenkrise geplagten Europa bereits Kurzarbeit in den Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern angeordnet. In Produktion und Verwaltung wird zwischen September und dem Ende des Jahres an 20 Tagen nicht gearbeitet.

Rüsselsheim ist der Stammsitz von Opel. Neben der Verwaltung ist dort auch die Entwicklungsabteilung beheimatet, in der nicht kurzgearbeitet werden wird. Zudem laufen in der hessischen Stadt die Mittelklasselimousine Insignia und der kompakte Astra vom Band. Da in Kaiserslautern viele Komponenten wie Achsen und Motoren für den Firmensitz hergestellt werden, ist auch der rheinland-pfälzische Standort betroffen. In Rüsselsheim und Kaiserslautern arbeiten insgesamt gut 16.000 Menschen für Opel. Mehr als die Hälfte davon ist nach Unternehmensangaben von der Kurzarbeit betroffen.

Am vierten deutschen Opel-Standort in Bochum ist nach Aussage des Unternehmenssprechers momentan keine Kurzarbeit geplant. Dort werden zwei Versionen des Vans Zafira sowie ein Vorgängermodell des kompakten Astra für den osteuropäischen Markt produziert. Die Fabrik in der nordrhein-westfälischen Stadt, die momentan gut ausgelastet ist, ist trotzdem von der Schließung bedroht. Nach bisherigen Planungen will Opel dort kein neues Auto bauen, wenn der Zafira 2016 ausläuft.

Opel kämpft mit massiven Überkapazitäten. Die Schuldenkrise verschlimmert die sowieso schon schwierige Lage zusätzlich. Im ersten Halbjahr brachen die Verkäufe von Opel und der britischen Schwester Vauxhall doppelt so stark ein wie der europäische Automobilmarkt. Das Ergebnis: Im Europageschäft verbuchte die US-Mutter General Motors in den ersten sechs Monaten einen operativen Verlust von mehr als einer halben Milliarde Dollar.

Quelle: n-tv.de, DJ/AFP

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