Wirtschaft

Teilungsfolgen wirken nach Ost-Industrie hinkt weiter hinterher

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(Foto: picture alliance / dpa)

Kleinteilig und kapitalschwach: Die Industrie im Osten kann nicht zu ihrer westdeutschen Schwester aufschließen. Diese Befund der Ost-Beauftragten ist nicht neu - und bereits mehrfach dokumentiert. Ebenso wie die Ratschläge. Es bleibt bei einzelnen Lichtblicken.

Auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung leidet die Industrie im Osten Deutschlands laut einer Studie noch immer unter den Folgen der deutschen Teilung und der Planwirtschaft der DDR. "Die historischen Umbrüche sind bis in die Gegenwart sichtbar", sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), bei der Vorlage eines Atlas zur Industrialisierung der ostdeutschen Bundesländer. Diese hätten den Abstand zum Westen jedoch verkürzt.

Studienautor Gerald Braun sagte, es fehlten Konzernzentralen mit ihren Entwicklungsabteilungen ebenso wie eine unternehmerische Kultur. Jedoch hätten sich in Sachsen und Thüringen lebensfähige Wachstumszentren entwickelt - so um Dresden, Leipzig, Erfurt und Jena. Ähnlich hatte sich zu Monatsbeginn auch das Ifo-Institut geäußert. Auch eine Studie im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums unter dem damaligen Ressortchef Matthias Machnig (SPD) hatte bereits vor einigen Jahren einen vergleichbaren Grundtenor.

Sachsen etwa glänze mit einer Reihe von Weltmarktführern im Maschinen- und Anlagenbau, hieß es nun. "Wir müssen gezielt dahin gehen, wo schon Wachstumskerne sind", sagte Gleicke zur künftigen Förderpolitik. "Die Gießkannenzeit ist vorbei."

Laut der Studie liegt der Industrieanteil an der gesamten Wirtschaftsleistung bei inzwischen knapp 16 Prozent. Deutschlandweit beträgt er indes knapp 23 Prozent. Großes Manko ist weiter das Fehlen kapitalstarker industrieller Großunternehmen. Zudem falle die von den Unternehmen erbrachte Forschungs- und Entwicklungsleistung vergleichsweise gering aus. Auch die Exportquote sei gering - allerdings hatte dies die Folgen der Wirtschaftskrise gedämpft. Zudem ist die Arbeitsproduktivität im Osten noch immer geringer, auch wenn der Abstand verkürzt wurde.

Als konkrete Maßnahmen, die Lücke zu den alten Ländern weiter zuschließen, empfehlen die Autoren Hilfen beim Zugang zu Kapital und Fachkräften. Gleicke zufolge laufen dazu Gespräche mit der staatlichen Förderbank KfW und zudem mit der Frankfurter Börse, die etwa ein eigenes Segment einführen könnte. Zudem müsse der Eintritt in neue Märkte erleichtert werden. Unverzichtbar sei zudem die staatliche Förderung.

Die Erhebung wird im Auftrag der Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer an der Universität Rostock erstellt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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