Wirtschaft

Deutschland-Chef im Interview PWC will mehr Öko in der Bilanz

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(Foto: picture alliance/dpa)

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In den Bilanzen von Unternehmen geht es um nackte Zahlen: Umsatz, Gewinn, Steuern. Den Wirtschaftsprüfern von PWC reicht das nicht aus. Sie wollen, dass auch nachhaltiges Wirtschaften messbar wird. Deswegen ist PWC Teil der "Value Balancing Alliance". Das sei "mehr als nur ein Hype, es ist eine absolute Notwendigkeit, das umzusetzen.", sagt Ulrich Störk, Deutschlandchef von PWC, in "So techt Deutschland".

n-tv: Sie haben einmal gesagt, PwC soll nicht wachsen um des Wachstums willen, sondern sinnvoll. Es geht also auch um das Thema Nachhaltigkeit. Wird es irgendwann so etwas geben wie eine Bilanz, die allumfassend ist - die nicht nur die ökonomischen Aspekte eines Unternehmens betrachtet, sondern auch Nachhaltigkeit und andere Faktoren?

Ulrich Störk: Das ist ganz oben auf der Agenda und es gibt in diesem Zusammenhang eine Initiative - auch getrieben von der deutschen Industrie, "Value Balancing", die sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Dabei geht es darum, eben auch eine gemeinsame Taxonomie zu finden: Wie kann ich diese oftmals "Non Financial"-Kennzahlen auch messbar machen? Es ist ein großes deutsches Softwareunternehmen dabei, was bei vielen Unternehmen im Einsatz ist. Insofern gibt es eine große gemeinsame Anstrengung, dieses Thema anzugehen. Das wird auch nicht mehr weggehen und ist auch mehr als nur ein Hype, es ist eine absolute Notwendigkeit, das umzusetzen. Schauen Sie sich die ganzen Diskussionen um Fridays for Future und CO2-Neutralität an.

Oder auch Ethik, Diversität, Kultur - ist da die Politik mit im Boot oder heißt es dann wieder: Nein, das wollen wir so nicht haben?

Ich finde es gut, dass die Wirtschaft von sich aus die Initiative startet. Es sind führende Institute dabei, das Weltwirtschaftsforum, es sind die Technologieunternehmen dabei, es sind auch die Prüfungsgesellschaften dabei. Ich glaube, gemeinsam von sich aus solch ein Thema anzugehen, versuchen zu gestalten, finde ich den besseren Ansatz, als erst einmal zum Regulator zu schauen und zu warten, bis der einem was vorgibt. Warum soll da eine bessere Regulierung rauskommen, als wenn diejenigen, die davon betroffen sind und die Expertise haben, sich zusammensetzen, um eine sinnvolle Lösung zu finden?

Wann wird es solch einen Standard geben? Wenn Sie mal schätzen müssten: kürzer als 30 Jahre?

Definitiv. Da gibt es natürlich auch Beharrungskräfte, weil es einfach Unternehmen gibt, die sich in ihrem Geschäftsmodell momentan wohlfühlen und die bei einer Ökobilanz vielleicht nicht so vorteilhaft abschneiden. Weil eben Umweltkosten nicht berücksichtigt werden, ethische Themen nicht berücksichtigt sind und man eben sieht: Hier wird Umsatz und Profit gemacht auf Kosten einer Allgemeinheit, die notwendigerweise nicht einmal in Deutschland sitzen muss, sondern irgendwo in der Welt. Ich glaube aber, dass viele deutsche Unternehmensvertreter das als Kernherausforderung erkannt haben und bereit sind, diesen Weg zu gehen.

Dann hätten wir doch mal endlich einen innovativen Vorsprung vor China und den USA, wenn wir so etwas hätten?

Auf alle Fälle. Deswegen sind wir da auch mit vollem Herzen dabei und unterstützen das. Absolut der richtige Weg. Wir haben momentan auch Rückenwind und deswegen bin ich auch einigermaßen positiv. Jetzt sollten wir dieses Momentum nutzen und versuchen, hier auch nicht in kleinen, sondern in maximal großen Schritten voranzugehen.

Das komplette Gespräch hören Sie in unserem Podcast "So techt Deutschland".

So techt Deutschland

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Quelle: ntv.de