Wirtschaft

Aussichten völlig verbaut Pfleiderer sieht kein Licht

Der Holzverarbeiter Pfleiderer steckt in der Verlustzone fest. Mit knapp 70 Mio. Euro fällt der Nettoverlust im vergangenen Jahr deutlich höher aus als von Experten erwartet.

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Pfleiderer ist von der Krise arg gebeutelt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Holzverarbeiter Pfleiderer rechnet nach einem deutlichen Nettoverlust im vergangenen Jahr auch für 2010 unterm Strich mit einem Verlust. Das abgelaufene Geschäftsjahr beendete der MDax-Konzern mit einem Verlust nach Steuern und Dritten von 69,8 Mio. Euro.

Im Vorjahr wurde nach Angaben des MDax-Konzerns noch ein Nettogewinn von 5,8 Mio. Euro erzielt. Der Blick in die Zukunft verspricht zunächst wenig Gutes: Frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2010 könne mit besseren Ergebnissen gerechnet werden, für das Gesamtjahr erwartet Pfleiderer einen Nachsteuerverlust, heißt es.

2009 gingen die Einnahmen um mehr als 20 Prozent auf 1,38 (Vorjahr: 1,74) Mrd. Euro zurück. Pfleiderer hat im vergangenen Jahr zwar rund 100 Mio. Euro auf der Kosten eingespart, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr dennoch um mehr als die Hälfte und lag nur noch bei 100,4 (223,7) Mio. Euro.

Nachfrageeinbruch

Pfleiderer hatte im vergangenen Jahr auch mit Stellenstreichungen auf die Absatzkrise reagiert, für die Restrukturierung musste das Unternehmen Kosten von 17,5 Mio. Euro verbuchen. Vor Zinsen und Steuern sank das Ergebnis (Ebit) auf minus 16,1 Mio. Euro nach einem positiven Ebit von 97,6 Mio. Euro im Vorjahr.

Beim Umsatz konnte Pfleiderer seine eigenen Erwartungen und die Konsensprognose der Analysten noch nahezu erfüllen. Das Unternehmen selbst hatte 1,4 Mrd. Euro Umsatz angepeilt, die Analysten hatten mit 1,39 Mrd. Euro gerechnet. Doch beim Ergebnis verfehlte Pfleiderer die Erwartungen der Beobachter deutlich. Sie hatten lediglich mit 42 Mio. Euro Nettoverlust gerechnet und auch das Ebitda um ein Drittel höher eingeschätzt.

Keine Dividende

Bereits zum Jahresanfang hatte Vorstandsvorsitzender Hans H. Overdiek mitgeteilt, dass Pfleiderer für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividende zahlen werde. Auch 2010 können die Aktionäre nicht mit einer Dividendenzahlung rechnen. Um den Schuldenberg abzutragen, könne sich Pfleiderer auch von Geschäften jenseits des Kerngeschäfts trennen, kündigte Overdiek an. Beschlüsse gebe es dazu aber bislang nicht. Klar ist hingegen schon, dass Pfleiderer auch im laufenden Jahr den Stellenabbau fortsetzen will. 120 bis 130 Stellen sollen gestrichen werden, nachdem bereits 2009 ein Abbau in gleicher Höhe erfolgte.

 

 

Quelle: ntv.de, rts/DJ