Wirtschaft

Debakel um den Berliner Flughafen Ramsauer will Schuldigen finden

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Noch ist er schön ruhig, der Himmel über dem Flughafen BER.

(Foto: dapd)

Externe Anwälte und Wirtschaftsprüfer sollen prüfen, wer für das Desaster um den Berliner Hauptstadtflughafen verantwortlich ist. "Sämtliche Haftungsfragen und Verantwortlichkeiten werden geklärt. Das gilt auch für das Flughafenmanagement und den Aufsichtsrat", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der "Bild am Sonntag". Schadensersatzforderungen gegen Geschäftsführung und Aufsichtsrat schließt er nicht aus.

Die Bundesregierung, der er ja selbst angehört, nahm der Minister ausdrücklich in Schutz. "Die Aufsichtsräte des Bundes sind nach meinen bisherigen Erkenntnissen ihren Pflichten nachgekommen. Unsere Soko hat festgestellt, dass der Aufsichtsrat fehlerhaft beziehungsweise nicht umfassend vom Flughafen-Management informiert worden ist."

Für den Rücktritt von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vom Aufsichtsratsvorsitz habe er "Respekt", sagte Ramsauer. Die Kritik aus der Union an der Berufung von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zum Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats teile er nicht. "Das Gesamtpaket muss stimmen. Der Aufsichtsrat braucht mehr externe Expertise. Er braucht aber auch politischen Sachverstand", sagte Ramsauer. "Die Kontrolleure sind die eine Seite, viel wichtiger ist für den Bund aber die neue Geschäftsführung. Es wird andere, kompetente Manager geben."

Wowereit muss sich an diesem Samstag wegen des Flughafen-Desasters einem Misstrauensantrag stellen. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus aus Grünen, Linken und Piraten will den 59-Jährigen stürzen. Er war selbst am 16. Juni 2001 durch ein erfolgreiches Misstrauensvotum gegen seinen CDU-Vorgänger Eberhard Diepgen an die Regierung gekommen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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