Wirtschaft

Nach geplatzter Übernahme Rodenstock-Chef tritt ab

Deutschlands größter Brillenhersteller Rodenstock kommt nicht zur Ruhe. Nach der vorerst gescheiterten Übernahme des hoch verschuldeten Unternehmens durch Trilantic geht nun der Chef von Bord.

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Bridgepoint hatte Rodenstock vom Finanzinvestor Permira übernommen und sich dabei hoch verschuldet.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kurz nach der geplatzten Übernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Trilantic muss sich Deutschlands größter Brillenhersteller Rodenstock einen neuen Chef suchen. Das Unternehmen teilte in München mit, dass Olaf Göttgens Rodenstock auf eigenen Wunsch verlasse. Damit bestätigte der Brillenhersteller einen Bericht des "Handelsblatts". Bis ein Nachfolger gefunden sei, führten übergangsweise die drei verbleibenden Geschäftsführer das Unternehmen.

Erst am Dienstag hatten der Rodenstock-Eigentümer Bridgepoint und Trilantic ihre Gespräche über einen Verkauf des traditionsreichen Unternehmens abgebrochen. Bridgepoint kündigte an, mit den Banken nun eine langfristige Kapitalstruktur für die Firma zu sichern. Nach Angeben einer Sprecherin des Unternehmens habe es bereits vor den Verhandlungen mit Trilantic entsprechende Gespräche gegeben, die sehr positiv verlaufen seien. Daran werde nun angeknüpft.

"Konstruktive" Trennung

Laut Mitteilung erfolgt der Abgang Göttgens "im Zuge der Aufnahme konstruktiver Refinanzierungsverhandlungen". Aufsichtsratschef John Jetter sagte, er sehe in den Gesprächen mit den Banken für frisches Eigenkapital und eine Entschuldung eine wichtige Chance, um "mit einer neuen Führungsspitze neues Wachstum zu realisieren." Offiziell verlässt Göttgens das Unternehmen so auch "auf eigenen Wunsch. Laut "Handelsblatt" ist es in den vergangenen Monaten allerdings zu Konflikten zwischen Bridgepoint und Göttgens gekommen. Dies bezeichnete die Sprecherin als reine Spekulation.

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Die geplatzte Rettung des Traditionsunternehmens Rodenstock kostet Olaf Göttgens den Job.

(Foto: picture alliance / dpa)

Unabhängig vom Scheitern der Gespräche mit Trilantic kündigte Rodenstock an, dass man die Gespräche mit dem Luxuswarenkonzern Richemont fortsetze, um die Lizenzvereinbarungen für Brillenkollektionen auszubauen. Richemont-Chef Johann Rupert ist an Trilantic maßgeblich beteiligt. Wirtschaftlich erhole sich Rodenstock, der Umsatz und das operative Ergebnis sei verglichen mit dem Krisenjahr 2009 leicht gestiegen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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