Wirtschaft

"Wenn der Preis stimmt" Russen wollen K+S-Sparte

getreide.jpg

Weizenernte: Das Klima macht den Bauern zu schaffen, Dünger wird immer wichtiger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weil die Margen zu gering sind, will K+S sein Stickstoffdünger-Geschäft loswerden und prüft dahingehend alle Optionen. Nun könnte es ganz schnell gehen, denn ein russischer Konzern zeigt Interesse - ein Konzern, dessen Eigner milliardenschwer ist und für K+S kein Unbekannter.

Der Salz- und Düngemittelspezialist K+S wird sein ungeliebtes Stickstoffdünger-Geschäft möglicherweise schneller los als erwartet. Der russische Wettbewerber Eurochem zeigte Interesse am Kauf der Sparte. "Wenn der Preis interessant ist, werden wir sie kaufen", sagte Eurochem-Eigner Andrej Melnitschenko. K+S zeigt sich offen: "Wenn jemand auf uns zukommen sollte, sind wir gesprächsbereit", sagte ein Firmensprecher.

Melnitschenko, dessen Vermögen von der Zeitschrift "Forbes" auf 8,6 Mrd. Dollar taxiert wird, ist für K+S kein Unbekannter. Der russische Industrielle war 2007 bei K+S eingestiegen und ist inzwischen nach dem Ausstieg des Chemieriesen BASF mit einer Beteiligung von etwa acht Prozent größter Einzelaktionär. Zeitweise wurde erwogen, gemeinsam eine neue Kali-Lagerstätte im Ural zu erschließen. Das Vorhaben platzte aber im vergangenen Jahr.

Eurochem will mitmischen

Kürzlich hatte der Industrielle bereits über seine Firma Eurochem für 700 Mio. Euro das Stickstoffdünger-Geschäft von BASF gekauft. Bislang produziert BASF Stickstoff-Düngemittel für K+S. Die Lieferverträge, die ungeachtet des Eigentümerwechsels weiter gelten, können jedoch Ende 2014 gekündigt werden. K+S denkt darüber nach, spätestens dann ganz aus dem Stickstoff-Bereich auszusteigen und sich auf sein Kerngeschäft mit Kali-Düngemittel und Salz zu konzentrieren. K+S-Aktien büßten zwar leicht ein, fielen aber nicht so stark wie der Gesamtmarkt.

ks.jpg

K+S: Beschränkung auf Kali- und Salzgeschäft würde dem Aktienkurs helfen, wie Analysten meinen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Das perfekte Szenario für K+S wäre, wenn Eurochem K+S aus der Vertriebsvereinbarung mit BASF herauskauft", hatte WestLB-Analyst Wolfgang Fickus kürzlich zu Reuters gesagt. "Nach einem Ausstieg aus dem Stickstoffdünger-Geschäft würde K+S ausschließlich Kali und Salz produzieren. Das würde dem Aktienkurs helfen, da die operative Marge um mehr als 600 Basispunkte steigen sollte." Das Bankhaus UniCredit geht davon aus, dass bis Jahresende eine Entscheidung über den Verkauf der Stickstoffdünger-Sparte fällt. Offiziell prüft K+S "alle Optionen", wie das Unternehmen bekräftigte.

Hehre Ziele

K+S hatte zuletzt, im zweiten Quartal, den Betriebsgewinn nach eigenen Angaben um 38 Prozent auf 191,9 Mio. Euro gesteigert und den Umsatz um 11 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro ausgebaut. Im Gesamtjahr soll der Umsatz auf 5,0 Mrd. bis 5,3 Mrd. Euro steigen (2010: 4,63 Mrd. Euro), das operatives Ergebnis auf 0,95 Mrd. bis 1,05 Mrd. Euro (0,71 Mrd. Euro).

Quelle: ntv.de, bad/rts