Wirtschaft
Ministerpräsident Dimitri Mededew (l.) beim Treffen mit Gazprom-Chef Alexej Miller - im Anschluss wird die Preiserhöhung bekanntgegeben.
Ministerpräsident Dimitri Mededew (l.) beim Treffen mit Gazprom-Chef Alexej Miller - im Anschluss wird die Preiserhöhung bekanntgegeben.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 03. April 2014

Zwei Milliarden Dollar Schulden: Russland fordert 100 Dollar mehr für Gas

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hebt der russische Staatskonzern Gazprom für die Ukraine den Gas-Preis an. Zugleich warnt das Unternehmen das Land davor, die Versorgungssicherheit Europas zu gefährden.

Einmal mehr hat Russland den Gaspreis für die Ukraine deutlich angehoben. Inzwischen werden 485,50 US-Dollar (352 Euro) für 1000 Kubikmeter in Rechnung gestellt. Der Preis gelte bereits ab April, sagte Alexej Miller, Chef des Staatskonzerns Gazprom. Begründet wurde der Schritt mit neuen Ausfuhrzöllen.

Erst vor zwei Tagen war der Preis wegen Kiews Milliardenschulden um fast 44 Prozent auf 385,5 Dollar angehoben worden. Nachdem Moskau einseitig ein Abkommen über die Stationierung der Schwarzmeerflotte auf der Krim aufgekündigt hatte, strich Gazprom nun weitere 100 Dollar Rabatt. Russland steht im Ruf, seine Gaspreise auch als politisches Druckmittel einzusetzen.

Zugleich forderte Gazprom die Ukraine auf, ihre Gas-Speicher zu füllen, um Liefer-Engpässe in Westeuropa zu vermeiden. Es bestünden ernsthafte Sorgen, dass der Weitertransport nach Europa gefährdet sein könnte, weil die Speicher nicht mehr ausreichend gefüllt seien, teilte das Unternehmen nach einem Treffen von Firmenchef Alexei Miller mit dem neuen Chef des ukrainischen Unternehmens Naftogaz mit.

Streitpunkt Schulden

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte die massive Preiserhöhung am Dienstag auch mit den noch offenen Gas-Rechnungen der Ukraine über 1,7 Milliarden Dollar begründet. Derzeit schulde die Ukraine Gazprom 2,2 Milliarden Dollar, 500 Millionen mehr als zuletzt angenommen, hieß es weiter. Russlands Ministerpräsident Dimitri Medwedew forderte die Ukraine zur Zahlung des Geldes auf.

Ukrainische Gasschulden waren in der Vergangenheit oft Anlass für einen Streit zwischen Moskau und Kiew und hatten in einem Winter auch Lieferengpässe in Europa verursacht. Anfang 2009 kam es zu einem mehr als zwei Wochen langen Lieferstopp für europäische Verbraucher. Gazprom drehte der Ukraine den Gashahn zu, weil Kiew überfällige Gasrechnungen nicht beglichen hatte.

Quelle: n-tv.de